Das fehlende Gebäude, die offenen Akten, die falschen Kriege, die neuen Strategien
Ein Meinungsbeitrag von Wolfgang Effenberger.
Reflexion 25 Jahre danach
Ein Vierteljahrhundert nach den Anschlägen vom 11. September 2001 wird vor allem erinnert:
- an fast 3.000 Ermordete,
- an die Bilder der brennenden Türme, an Feuerwehrleute und
- Angehörige, an den Schock eines Tages, der Amerika und die Welt veränderte.
Das Gedenken ist notwendig. Aber es darf nicht an die Stelle einer Bilanz treten.
Denn 25 Jahre später liegt die eigentliche Frage nicht nur darin, wie al-Qaida die Anschläge ausführen konnte oder wo die US-amerikanischen Wurzeln dieser islamischen Terrororganisation liegend.
Die Frage muss ebenso lauten:
Was wussten die amerikanischen Behörden vor dem Anschlag?
- Warum versagte die Luftverteidigung am Morgen des 11. September?
- Welche politischen Interessen prägten die Aufklärung danach?
- Und weshalb führte die Antwort der Vereinigten Staaten in Kriege, die mit den unmittelbaren Tätern nur begrenzt oder – im Fall des Irak und Afghanistans– gar nicht verbunden waren?
Da die offizielle Rekonstruktion nicht jede Unstimmigkeit erklärt, hätten Historiker und Journalisten die Pflicht, Quellen, Leerstellen und politische Folgewirkungen weiter kritisch zu prüfen. – so wie der Historiker Daniele Ganser es in Bezug auf WTC 7 getan hat.
Ein Angriff auf die Weltmacht – und ein Staatsversagen
Nach den Ergebnissen der offiziellen US-Untersuchungen waren die Anschläge vom 11. September 2001 eine von al-Qaida organisierte Operation. Der Anschlagsplan entstand und reifte über mehrere Jahre; die Täter stammten überwiegend aus Saudi-Arabien, nicht aus Afghanistan. Fünfzehn der 19 Entführer waren saudische Staatsbürger, zwei kamen aus den Vereinigten Arabischen Emiraten, je einer aus Ägypten und dem Libanon. Afghanistan war somit nicht das Herkunftsland der Täter, wohl aber unter der Taliban-Herrschaft ein Ausbildungsraum al-Qaidas. (1)
Diese Unterscheidung verweist auf eine kompliziertere Vorgeschichte, als sie die spätere Formel vom „Krieg gegen den Terror“ nahelegte. Die Entstehung des transnationalen Jihadismus hatte mit Afghanistan zu tun, aber ebenso mit Pakistan, den Golfmonarchien, privater Finanzierung, religiös-ideologischer Mobilisierung und der Politik der Großmächte im Kalten Krieg.
Die Vereinigten Staaten unterstützten islamistische afghanische Widerstandsgruppen bereits seit Juli 1979 im Rahmen eines zunächst begrenzten verdeckten Programms; nach dem dadurch hervorgerufenen sowjetischen Einmarsch im Dezember 1979 wurde diese Unterstützung massiv ausgeweitet. Die Hilfe lief wesentlich über Pakistan, dessen Militärgeheimdienst ISI die Verteilung von Geld, Waffen und sonstiger Unterstützung an die afghanischen Widerstandsparteien organisierte und dadurch erheblichen politischen Einfluss gewann. Saudi-Arabien beteiligte sich an der Finanzierung, indem es US-Beiträge grundsätzlich spiegelte, und ergänzte die staatliche Unterstützung durch ein weitreichendes religiös-karitatives und privates Spendenmilieu. (2)
Der anti-sowjetische Afghanistankrieg schuf ein internationales Rekrutierungs-, Finanzierungs- und Kriegserfahrungsmilieu, aus dem später jihadistische Akteure hervorgingen. Als die Sowjetunion abzog, zog sich der Westen weitgehend zurück. Afghanistan blieb den Machtkämpfen regionaler Akteure, dem Bürgerkrieg, den Taliban und al-Qaida überlassen.
Die Großmacht USA konnte diesen Stellvertreterkrieg kurzfristig gewinnen und dennoch langfristig ein Umfeld erzeugen, das sie später selbst bedroht.
Der Vormittag, der nie vollständig erklärt wurde
Am 11. September 2001 fand nicht nur ein Terroranschlag statt. Es ereignete sich zugleich ein außergewöhnliches Versagen ziviler und militärischer Krisenführung.
Die amerikanische Luftverteidigung war auf einen Angriff von außen eingerichtet: sowjetische Bomber, Raketen, strategische Bedrohungen. Sie war nicht darauf vorbereitet, dass mehrere reguläre Inlandsflugzeuge entführt, ihre Transponder abgeschaltet und die Maschinen selbst als Waffen eingesetzt würden.
Hinzu kam eine äußerst begrenzte reale Alarmstruktur. Für die Luftverteidigung der kontinentalen USA standen nur wenige sofort verfügbare Abfangjäger an wenigen Alarmstandorten bereit. Zwischen ziviler Flugsicherung, FAA, militärischer Luftverteidigung, NORAD, NEADS, Pentagon und Weißem Haus gab es weder ein einheitliches Echtzeitlagebild noch eine geübte Befehlskette für die Abwehr entführter ziviler Flugzeuge.
Gerade deshalb verdienen die parallel stattfindenden Übungen Beachtung. Bei NORAD lief die Führungsübung Vigilant Guardian, bei USSTRATCOM die strategische Übung Global Guardian. Beide waren keine geheime Vorbereitung des Anschlags und auch kein Beweis für Vorwissen. Aber ihre zeitgleiche Existenz ist keineswegs bedeutungslos.
Eine militärhistorische Untersuchung müsste präzise fragen:
Welche Szenarien wurden am Morgen des 11. September in den beteiligten Kommandostellen tatsächlich geübt?
Wann erkannte welche Stelle, dass es sich nicht um einen Übungsvorgang, sondern um eine reale Anschlagslage handelte?
Wurden Simulations- und Realdaten stets sauber getrennt?
Wann wurden Übungen abgebrochen oder auf reale Lageführung umgestellt?
Welche Kommunikationskanäle waren überlastet, blockiert oder widersprüchlich?
Welche Personal- und Führungsressourcen waren durch Übungen gebunden, welche standen gerade deshalb bereits bereit?
Die offizielle Untersuchung kam zu dem Ergebnis, dass die Übungen die militärische Reaktion nicht entscheidend beeinträchtigten. Das ist ein Befund, der ernst zu nehmen ist. Er ersetzt jedoch nicht die Forderung nach möglichst vollständiger Transparenz über Lageprotokolle, Funkmitschnitte, Übungsunterlagen, Zeitlinien und Befehlswege.
Dort, wo Staat und Militär im Ausnahmezustand handeln, ist vollständige Dokumentation keine Verschwörungstheorie, sondern eine demokratische Selbstverständlichkeit.
Bush, Cheney und das Problem der Führung
George W. Bush befand sich beim ersten Einschlag in Sarasota, Florida. Er wurde anschließend zunächst nach Barksdale Air Force Base in Louisiana und danach nach Offutt Air Force Base in Nebraska geflogen, dem Sitz des U.S. Strategic Command. Der Präsident blieb verfassungsrechtlich selbstverständlich im Amt. Praktisch war seine unmittelbare Führungsfähigkeit aber durch Entfernung, Sicherheitsmaßnahmen, fragmentierte Lageinformationen und die chaotische Kommunikationssituation eingeschränkt.
Dick Cheney wurde in den unterirdischen Führungsbereich des Weißen Hauses gebracht. Das "Presidential Emergency Operations Center" entwickelte sich während der entscheidenden Stunden zu einem zentralen Knoten politischer Krisenführung. Damit entstand zumindest faktisch eine ungewöhnliche Konstellation: Der Präsident war physisch von Washington entfernt, der Vizepräsident und Teile des Sicherheitsapparats führten die unmittelbare Lage im Weißen Haus.
Besonders bedeutsam ist die Frage des möglichen Abschusses entführter Passagierflugzeuge. Ein solcher Befehl berührte die äußerste Grenze staatlicher Gewalt: die bewusste Tötung unschuldiger Passagiere, um möglicherweise Tausende Menschen am Boden zu retten. Die politische Weisung erreichte die operativen Ebenen spät, unvollständig und zum Teil missverständlich. Als die amerikanischen Jagdflugzeuge im Raum Washington einsatzbereit waren, war United 93 bereits abgestürzt.
Das offenbart weniger eine „mysteriöse“ Lücke als eine erschütternde institutionelle Realität: Die militärisch mächtigste Nation der Erde verfügte am Morgen des 11. September nicht über eine klare, geübte und funktionierende Befehlskette für den Fall, dass zivile Maschinen im eigenen Luftraum zu Angriffswaffen werden.
Die saudische Frage
Der Umstand, dass 15 der 19 Täter aus Saudi-Arabien stammten, gehört in jede vollständige Bilanz. Er wurde in den ersten Jahren der amerikanischen Reaktion politisch auffallend zurückhaltend behandelt.
Saudi-Arabien war nicht nur Herkunftsland bin Ladens und der Mehrheit der Entführer. Das Königreich spielte über Jahrzehnte auch eine wichtige Rolle bei der weltweiten Finanzierung wahhabitisch-salafistischer Religionsinstitutionen: Moscheen, Lehranstalten, Stipendien, Predigernetzwerke, Wohlfahrtsorganisationen und religiöser Literatur. Diese Förderung ist nicht pauschal mit Terrorfinanzierung gleichzusetzen. Der überwiegende Teil solcher Einrichtungen war nicht terroristisch.
Gleichwohl entstanden durch private Spender, unzureichend kontrollierte Wohltätigkeitsorganisationen und transnationale Finanzstrukturen Räume, die jihadistische Gruppen für Geldbeschaffung, Logistik und ideologische Mobilisierung nutzen konnten. Die 9/11-Kommission fand keinen belastbaren Beweis dafür, dass die saudische Regierung als Institution oder führende Regierungsvertreter al-Qaida wissentlich finanziert hätten. Sie stellte jedoch fest, dass al-Qaida in Saudi-Arabien direkt bei Einzelpersonen und über Wohltätigkeitsorganisationen Mittel einwerben konnte.
Die sogenannte „28-Seiten“-Passage der Kongressuntersuchung, die lange unter Verschluss blieb und erst 2016 weitgehend veröffentlicht wurde, erhärtete keinen staatlichen Auftrag Riads zu 9/11. Sie dokumentierte jedoch reale Ermittlungsansätze zu Kontakten und möglichen Unterstützungsleistungen für zwei spätere Entführer im kalifornischen Umfeld. Die entscheidende Frage wurde damit nicht beantwortet, sondern präziser gestellt: Handelten einzelne Helfer unwissend, aus privater Sympathie, im Rahmen inoffizieller Netzwerke oder mit Wissen bestimmter staatlicher Stellen?
Dass diese Fragen über Jahre geheim gehalten wurden, ist kein Beweis für eine staatliche saudische Planung der Anschläge. Es zeigt aber, wie sehr diplomatische Rücksichtnahme, Quellenschutz, Strafverfolgungsinteressen und institutioneller Selbstschutz die öffentliche Aufklärung begrenzen können.
Das fehlende Gebäude
Kaum ein Detail des 11. September ist symbolisch so aufgeladen wie der Einsturz von World Trade Center 7 am Nachmittag. Das 47-stöckige Gebäude wurde nicht von einem Flugzeug getroffen. Es brannte stundenlang, war durch Trümmer des Nordturms beschädigt worden und stürzte um 17:20 Uhr vollständig ein.
WTC 7 war kein gewöhnliches Bürogebäude. Dort befanden sich unter anderem Büros des Secret Service, der Börsenaufsicht SEC, des Internal Revenue Service, des Verteidigungsministeriums, der CIA sowie das Krisenzentrum der Stadt New York. Diese institutionelle Konzentration macht den Verlust von Akten, Infrastruktur und Arbeitsräumen nachvollziehbarerweise zu einem Gegenstand des öffentlichen Interesses. Sie beweist allerdings für sich genommen weder eine gezielte Aktenvernichtung noch eine absichtliche Sprengung.
Die offizielle NIST-Untersuchung erklärte den Einsturz mit Trümmerschäden, lang andauernden Bränden, thermischer Ausdehnung von Stahlträgern, dem Verlust einer kritischen Verbindung im Bereich der Stütze 79 und einem daraus folgenden progressiven inneren Kollaps. NIST verwarf eine Sprengung, weil keine hinreichenden forensischen, akustischen oder seismischen Anzeichen für eine kontrollierte Demolition festgestellt worden seien.
Kritiker verweisen dagegen auf das ungewöhnlich symmetrisch wirkende Kollapsbild, auf die von NIST eingeräumte Freifallphase von etwa 2,25 Sekunden und auf modelltechnische Fragen. Diese Beobachtungen berechtigen dazu, die NIST-Argumentation kritisch zu lesen und ihre Annahmen, Datenbasis und Modellierung offen zu prüfen. Sie ersetzen aber keinen positiven Beweis für Sprengstoffe oder eine tatsächlich durchgeführte, unbemerkt vorbereitete Sprengung.
Das Problem sind nicht die Zweifel hinsichtlich des Einsturzes von WTC 7. Das Problem ist die schlechte Alternative, die häufig angeboten wird: entweder amtlicher Glaubenssatz oder fertige Sprengungsthese. Eine wissenschaftliche Untersuchung müsste stattdessen zwischen Beobachtung, Erklärung und Hypothese unterscheiden:
Beobachtung: WTC 7 wurde nicht von einem Flugzeug getroffen, brannte über Stunden und kollabierte vollständig.
Offizielle Erklärung: Feuerinduziertes lokales Versagen und progressiver Gesamtkollaps.
Offene Prüfpflicht: Nachvollziehbarkeit des Modells, Qualität der Bild- und Trümmerdokumentation, Umfang der Materialproben, zeitlicher Kollapsablauf und unabhängige Reproduzierbarkeit der Berechnungen.
Nicht belegt: kontrollierte Sprengung oder gezielte staatliche Zerstörung.
Dass WTC 7 in den meisten Jubiläumsbeiträgen kaum vorkommt, ist journalistisch kurzsichtig. Nicht weil das Gebäude eine fertige Gegeninterpretation beweisen würde, sondern weil die Ausklammerung das Feld jenen überlässt, die aus jeder offenen Frage sofort eine Gewissheit machen.
Die falschen Kriege
Die schwerste politische Frage nach 25 Jahren betrifft nicht nur den Anschlag, sondern die Reaktion darauf.
Der Einsatz in Afghanistan war zunächst mit dem Ziel begründet, al-Qaidas Rückzugs- und Ausbildungsräume zu zerstören und die Taliban zur Auslieferung oder Ausschaltung der Führung zu zwingen. Der Übergang von dieser begrenzten Terrorabwehr zu einem zwanzigjährigen Staatsaufbau-, Besatzungs- und Transformationsprojekt war jedoch eine strategische Zielausweitung von enormem Ausmaß.
Der Irakkrieg war etwas anderes. Saddam Hussein hatte mit den Anschlägen vom 11. September keinen nachgewiesenen Zusammenhang. Der Krieg von 2003 folgte nicht zwingend aus 9/11; er wurde vielmehr durch das nach 9/11 entstandene Klima von Angst, Präemption und militärischer Handlungsbereitschaft politisch möglich gemacht. Die Behauptung, der Irak besitze Massenvernichtungswaffen, erwies sich als falsch. Der Staat Irak wurde zerschlagen, die regionale Ordnung destabilisiert, sektiererische Gewalt und jihadistische Organisationen erhielten neuen Raum.
Die paradoxe Bilanz lautet: Die Vereinigten Staaten verhinderten im eigenen Land weitere Anschläge von der Größenordnung des 11. September. Zugleich trugen Teile ihrer Antwort dazu bei, neue Konflikträume, Radikalisierungsdynamiken und Fluchtbewegungen zu erzeugen.
Freiheit im Schatten der Angst
Nach 9/11 entstand in den USA und in vielen verbündeten Staaten eine Sicherheitsarchitektur, die sich nicht auf den Schutz von Flughäfen beschränkte. Sie umfasste verstärkten Datenaustausch, Grenzkontrollen, biometrische Verfahren, Überwachung, Finanzermittlungen, präventive Polizeiarbeit, neue Befugnisse für Geheimdienste und den Ausbau exekutiver Macht.
Ein Teil davon war notwendig. Ein Staat, der seine Bürger nicht gegen organisierte Gewalt schützt, versagt in einer seiner Kernaufgaben. Aber die Lehre von 9/11 kann nicht lauten, dass jedes Mittel erlaubt sei, sobald „Terrorismus“ als Begründung genannt wird.
Guantánamo, geheime Haft, Folter, außergewöhnliche Überstellungen, Drohnenkrieg und massenhafte Kommunikationsüberwachung beschädigten Rechtsstaatlichkeit und politische Glaubwürdigkeit. Die westlichen Demokratien antworteten auf eine reale Bedrohung teilweise mit Praktiken, die ihre eigene normative Grundlage schwächten.
Deutschland ist dabei nicht nur Zuschauer gewesen. Die Bundesrepublik beschloss nach 2001 Sicherheitspakete, erweiterte Überwachungs- und Ermittlungsbefugnisse, beteiligte sich am Afghanistan-Einsatz und wurde Teil einer neuen Logik bündnispolitischer Solidarität. Der Satz, Deutschlands Sicherheit werde „auch am Hindukusch verteidigt“, markierte einen grundlegenden Wandel deutscher strategischer Selbstdeutung.
Die eigentliche Lehre
Nach 25 Jahren muss eine nüchterne Bilanz zwei Fehler zugleich erkennen.
Vor dem Anschlag bestand das Versagen in Unterschätzung, Zersplitterung und institutioneller Blindheit. Warnzeichen wurden nicht zusammengeführt; Polizei, Nachrichtendienste, Flugsicherung und militärische Luftverteidigung arbeiteten nicht mit einem gemeinsamen Lagebild. Die amerikanische Machtprojektion nach außen stand in einem auffälligen Missverhältnis zur Schutz- und Führungsfähigkeit im eigenen Land.
Nach dem Anschlag bestand das Versagen in Überreaktion, Zielausweitung und rechtlicher Entgrenzung. Die Angst vor weiteren Anschlägen verwandelte sich in eine offene, weltweite und zeitlich kaum begrenzte Kriegspolitik. Afghanistan wurde zum Staatsumbauprojekt. Gegen den Irak wurde ein Krieg geführt, der mit 9/11 nichts zu tun hatte. Sicherheit wurde häufig mit Kontrolle verwechselt, und Entschlossenheit mit Strategie.
Die offene Aufklärung des 11. September darf daher weder in blindem Vertrauen auf die amtliche Darstellung noch in einem System allumfassender Verdächtigungen enden. Sie verlangt etwas Schwierigeres: Quellenkritik ohne Sensationsgier, Zweifel ohne Beweisumkehr, Erinnerung an die Opfer ohne Verklärung der politischen Folgen und eine Bereitschaft, auch die eigenen Bündnisse, Kriege und Narrative kritisch zu prüfen.
Der 11. September ist nicht vorbei. Nicht weil jede Erklärung falsch wäre, sondern weil seine Folgen – Afghanistan, Irak, Überwachung, gesellschaftliche Polarisierung, islamistische Gewalt und der Verlust politischer Maßstäbe – bis heute fortwirken.
Von Ground Zero zu den Kriegen der Gegenwart
Der 11. September 2001 war nicht die Ursache aller späteren Kriege. Aber er veränderte die politische Schwelle, von der militärische Gewalt als legitimes Mittel amerikanischer und westlicher Sicherheitspolitik galt. Aus der berechtigten Suche nach den Verantwortlichen eines terroristischen Massenmords entstand rasch ein weltweiter, zeitlich und räumlich kaum begrenzter „Krieg gegen den Terror“.
Afghanistan war zunächst der unmittelbare Schauplatz, weil al-Qaida dort unter Taliban-Schutz über Führungs-, Ausbildungs- und Rückzugsstrukturen verfügte. Doch aus der Zerschlagung dieser Infrastruktur wurde ein zwanzigjähriges Interventions-, Staatsaufbau- und Gegenaufstandsprojekt. Sein Ende im Jahr 2021 – der Abzug des Westens und die Rückkehr der Taliban – zeigte die Grenzen militärischer Macht, wenn politische Ordnung von außen geschaffen werden soll.
Der Irakkrieg von 2003 ging noch weiter. Saddam Hussein hatte mit 9/11 keinen nachgewiesenen operativen Zusammenhang. Dennoch wurde der Krieg in einer Atmosphäre geführt, die durch den Anschlag und die danach verbreitete Logik der Prävention geprägt war: Gefahren sollten beseitigt werden, bevor sie sich materialisieren könnten; militärische Überlegenheit erschien als Werkzeug regionaler Neuordnung. Der Zerfall des irakischen Staates, die sektiererische Gewalt und der Aufstieg von al-Qaida im Irak und später des „Islamischen Staates“ waren nicht bloße Nebenfolgen, sondern Ausdruck einer strategischen Fehlkalkulation.
Von dort führt eine Linie in die Gegenwart: Syrien, Irak, Libanon, Jemen, das Rote Meer, die Straße von Hormus und Iran sind heute keine voneinander getrennten Krisenräume. Sie bilden ein konflikthaftes System, in dem die USA, Israel, Iran, die Golfstaaten, Russland, die Türkei sowie zahlreiche nichtstaatliche bewaffnete Akteure um Einfluss, Abschreckung, Seewege und politische Ordnung ringen.
Ende 2014 tauchten die Dämonen von 1914 wieder auf:
In dem Strategiepapier »TRADOC 525-3-1 Win in a Complex World 2020-2040« wird als Hauptziel genannt, die Bedrohung durch Russland und China zu beseitigen.
Dabei wird nicht auf eine direkte Eroberung einzelner Staaten gesetzt, sondern auf eine gezielte Doppelstrategie von Destabilisierung und Einflussnahme über Nichtregierungsorganisationen und Geheimdienste.
Also erst die Erzeugung von Chaos, dann die Etablierung der gewünschten Strukturen.
2004/05 – Orange Revolution
2010 – Janukowytsch gewinnt Präsidentschaftswahl
2013/14 – Euromaidan und Machtwechsel
2014 – Krim/Donbass → NATO beginnt militärische Anpassung TRADOC 525-3-1: „Win in a Complex World 2020–2040“
2019 – NATO Military Strategy
2020 – DDA NATO-Konzept „Concept for the Deterrence and Defence of the Euro-Atlantic Area“ – auf Deutsch etwa „Konzept für die Abschreckung und Verteidigung des euro-atlantischen Raums“ (es ist kein eigenständiges „Strategic Concept“ wie das NATO Strategic Concept von 2022). DDA sollte die militärische Anpassung der NATO nach 2014 in eine umfassendere Architektur überführen. Es geht insbesondere um: Abschreckung und Verteidigung des gesamten euro-atlantischen Raums, die Fähigkeit, gleichzeitig auf unterschiedliche Bedrohungen reagieren zu können, stärkere militärische Bereitschaft und Verlegefähigkeit, die Verstärkung der NATO-Ostflanke, Integration von Land-, Luft-, See-, Cyber- und Weltraumfähigkeiten, und die Vorbereitung auf ein „more competitive security environment“.
Besonders wichtig ist, dass das DDA zeitlich zwischen der NATO-Anpassung nach 2014 und dem NWCC 2021 liegt.
2021 (14. Juni) – NWCC – NATO Warfighting Capstone Concept
- langfristiges militärisches Zielbild bis 2040
- fünf Warfare Development Imperatives
Die fünf Warfare Development Imperatives des NATO Warfighting Capstone Concept bilden keinen Phasenplan für einzelne Staaten, sondern ein dauerhaftes Fähigkeits- und Steuerungsraster für strategische Konkurrenz sowie für das gesamte Kontinuum von Aufruhr, Krise, Konflikt und Krieg. Cognitive Superiority soll ein überlegenes Verständnis des politischen und militärischen Umfelds gewährleisten; Layered Resilience die Widerstandsfähigkeit militärischer und ziviler Strukturen; Influence and Power Projection die aktive Gestaltung des Umfelds und die Erzeugung gegnerischer Dilemmata (3):
- 2022 (24. Februar)– Ausweitung des Krieges
- 2022 (29. Juni) – NATO Strategic Concept
- Russland wird zum „most significant and direct threat“ erklärt
- China erstmals ausdrücklich aufgenommen. (4)
Vor diesem Hintergrund ist die Frage, ob die NATO-Transformation 2040 lediglich eine Reaktion auf die russische Politik ist oder Teil einer wesentlich länger zurückreichenden westlichen Transformations- und Ordnungspolitik gegenüber dem postsowjetischen Raum, relativ leicht zu beantworten.
Das DDA ist gewissermaßen das operative Bindeglied zwischen der politischen Neubewertung nach 2014 und dem langfristigen Transformationskonzept NWCC.
Noch aufschlussreicher ist, was die NATO im Juni 2021 selbst als Bedrohungsumfeld bezeichnete. Im offiziellen Gipfeltext ist von einem „pattern of aggressive behaviour“ Russlands, Chinas wachsendem Einfluss, Cyberangriffen, disruptiven Technologien und einer zunehmend kompetitiven Welt die Rede. Die NATO erklärte außerdem, dass sie ihre militärische Anpassung seit 2014 beschleunigt habe.
„Warum verabschiedete die NATO acht Monate vor dem russischen Großangriff ein bis 2040 reichendes Konzept zur Aufrechterhaltung ihrer militärischen Überlegenheit – und welche Bedrohungsvorstellungen lagen diesem Konzept bereits zugrunde?“
Die NATO selbst sagt rückblickend, dass das NWCC insbesondere die „newer aspects of great power competition“ adressierte. Gleichzeitig stellt die NATO heute ausdrücklich fest, dass der Krieg gegen die Ukraine gezeigt habe, dass trotz der Vorbereitung auf den „changing character of war“ der traditionelle Einsatz militärischer Gewalt weiterhin eine zentrale Rolle spielt.
Legt man die Dokumente nebeneinander, dann bekommt TRADOC 525-3-1 von 2014 mehr Gewicht
TRADOC 525-3-1 – 2014
- langfristiger Horizont 2020–2040
- konkrete strategische Konkurrenten/Bedrohungen
- Russland, China, Nordkorea, Iran
- Transformation der US Army
- Multi-Domain
- „Shape the Security Environment“
- „Win“
NATO NWCC – 2021
- langfristiger Horizont bis 2040
- Great Power Competition
- Russland und China ausdrücklich im Bedrohungsumfeld
- Transformation des NATO Military Instrument of Power
- Multi-Domain
- proaktives „shaping“
- dauerhafte militärische Überlegenheit
Der Ukrainekrieg von 2022 war nicht der Ausgangspunkt der NATO-Transformation 2040. Er traf vielmehr auf eine bereits seit 2014 laufende militärstrategische Transformation, deren langfristiges Zielbild die NATO mit dem NWCC im Juni 2021 – acht Monate vor dem russischen Großangriff – ausdrücklich festgelegt hatte.
Besonders bemerkenswert ist schließlich, dass der NATO ACT am 29. März 2022, also nur 33 Tage nach Beginn der russischen Invasion, bereits festhielt, Russlands Aggression gegen die Ukraine macht die im NWCC angelegte Warfare-Development-Agenda deutlich. Das heißt: Der Krieg wurde unmittelbar nach seinem Beginn in den bereits vorher entwickelten Transformationsrahmen eingeordnet – nicht umgekehrt.
Damit wird aus der bloßen zeitlichen Nähe eine strategische Entwicklungslinie.
Präzisierung zum TRADOC-Dokument
Im Abschnitt 2.4 (Vorboten künftiger Konflikte) der 2014er Fassung des TRADOC Pamphlets 525-3-1 wird ausdrücklich Russland vor China genannt, es folgen regionale Mächte wie Iran und Nordkorea, terroristische Netzwerke und Cyberbedrohungen. In der Untergliederung behandelt das Papier allerdings zunächst China und anschließend Russland. (5)
Das US-Heer habe sich auf diese Bedrohungen vorzubereiten.
Russland wird nach der sogenannten Krim-Annexion und dem Einsatz konventioneller wie unkonventioneller Kräfte in der Ukraine als Macht beschrieben, die entschlossen sei, ihr Territorium und ihren Einfluss zu erweitern. Die russische Kombination diplomatischer, informationeller, militärischer und wirtschaftlicher Mittel wird als „non-linear operations“ bezeichnet, deren Ziel es sei, unterhalb einer Schwelle zu bleiben, die eine geschlossene NATO-Reaktion auslösen würde. (6)
Das Papier definiert militärische Wirkungen, die faktisch auf eine Reduzierung gegnerischer Handlungsfähigkeit hinauslaufen, also Abschreckung, wirtschaftliche Schwächung, militärische Zermürbung und politische Unterwanderung.
Im Konfliktfall sollen die gegnerischen Systeme, Kräfte und politischen Ziele militärisch besiegt werden.
Die USA sollen anschließend Gewinne sichern und eine Sicherheitsordnung herstellen, die den amerikanischen strategischen Zielen entspricht.
Die 2014er Fassung betont offen, die US-Landstreitkräfte müssten in der Lage sein, „outcomes without the cooperation of the enemy“ zu erzwingen, also Ergebnisse ohne Mitwirkung des Gegners herbeizuführen. Ebenso müsse die US Army „our nation’s will on an enemy by force“ durchsetzen können. (7)
Mit Operations Other Than War (OOTW) werden ausdrücklich nicht-militärische Mittel (NGO-Missionen, sogenannte Friedenssicherung, Katastrophenhilfe usw.) als subversive Einstiegsmaßnahmen in einen Konflikt mit dem Ziel der Übernahme empfohlen.
Es handelt sich also nicht um eine Doktrin, die Gefahren durch gegenseitige Sicherheitsgarantien, Abrüstung und politische Verständigung reduziert. Sie setzt auf Machtprojektion, Vornepräsenz, Partnerintegration, Abschreckung und im äußersten Fall gewaltsame Durchsetzung amerikanischer Interessen.
TRADOC 525-3-1: Von der Gestaltung des Sicherheitsumfelds zum Großmachtwettbewerb
Die am 7. Oktober 2014 veröffentlichte US-Army-Doktrin Win in a Complex World 2020–2040 wurde 2018 durch eine neue Fassung derselben Dokumentennummer, The U.S. Army in Multi-Domain Operations 2028, ersetzt. Damit verschob sich der strategische Akzent von der allgemeinen Gestaltung des Sicherheitsumfelds zur ausdrücklichen Ausrichtung auf den Wettbewerb mit Russland und China.
Die Fassung von 2018 formuliert als Beitrag der US Army zur Hauptaufgabe der Joint Force, chinesische und russische Aggression „in both competition and conflict“ abzuschrecken und zu besiegen. Konkurrenz wird damit als dauerhafter strategischer Zustand verstanden, der bereits unterhalb der offenen Kriegsschwelle geführt wird.
Im Konfliktfall sollen US-Streitkräfte gegnerische A2/AD-Systeme durchdringen und zersetzen, gegnerische Systeme, Verbände und Ziele besiegen sowie die erzielten Gewinne konsolidieren. Ziel ist, die Konkurrenz anschließend unter für die USA, ihre Verbündeten und Partner günstigeren Bedingungen fortzusetzen.
Die operative Grundformel lautet:
Dauerhafte Konkurrenz → Abschreckung und Gestaltung des Sicherheitsumfelds → Durchdringung und Zerschlagung gegnerischer Systeme im Konflikt → Konsolidierung militärischer Gewinne zu US-günstigen Bedingungen.
Damit beschreibt die Doktrin mehr als die Abwehr eines Angriffs: Sie verbindet militärische Abschreckung, kontinuierliche strategische Konkurrenz und die aktive Veränderung des Sicherheitsraums im Konfliktfall. Ihr strategischer Kern ist die Sicherung der Initiative und Handlungsfreiheit der USA im Großmachtwettbewerb – nicht die ausdrückliche Konzeption einer gleichrangigen Sicherheitsordnung.
Die USA – genauer: ihre Banken und großen Konzerne – haben seit dem Ende des 19. Jahrhunderts ihren Einfluss kontinuierlich vergrößert, sie haben nicht nur von den Weltkriegen, sondern auch vom Wiederaufbau profitiert und seit 1945 konsequent auf die globale Dominanz hingearbeitet.
In diesem Zusammenhang gebe ich hier Ausschnitte aus einer Senatsanhörung vom 28. Februar 2023 zum Ukrainekrieg wieder, in der Senator Rick Scott den 3-Sterne-General Keith Kellogg fragte: „Aber warum hat Deutschland nicht seinen Teil zur tödlichen Hilfe beigetragen?“
Die Antwort des Generals: „Ich glaube, Deutschland spielt in Europa im Moment keine Rolle mehr“. Anschließend schwärmte der General dem Senator vor: „Wenn man einen strategischen Gegner besiegen kann und dabei keine US-Truppen einsetzt, ist man auf dem Gipfel der Professionalität, denn wenn man die Ukrainer siegen lässt, ist ein strategischer Gegner vom Tisch, und wir können uns auf das konzentrieren, was wir gegen unseren Hauptgegner tun sollten, und das ist im Moment China... wenn wir dabei scheitern, … müssen wir vielleicht einen weiteren europäischen Krieg führen, das wäre dann das dritte Mal.“ Nun, die USA scheitern gerade in der Ukraine!
Hier sehen Sie die Relevanz der Geschichte für die Gegenwart!
Für uns ist jetzt entscheidend, ob und wie wir um diesen großen europäischen Krieg herumkommen.
Wir dürfen uns nicht als Schlachtfeld für fremde Macht- und Profitinteressen zur Verfügung stellen.
Warum können die USA überhaupt so einen großen Krieg führen?
Die gegenwärtige direkte militärische Konfrontation zwischen den USA, Israel und Iran ist daher nicht einfach eine späte „Fortsetzung von 9/11“. Ihre Ursachen reichen weiter zurück: zur iranischen Revolution von 1979, zur amerikanischen Militärpräsenz am Golf, zum israelisch-iranischen Gegensatz, zum Nuklearstreit und zu den regionalen Stellvertreterkonflikten. Aber die Jahre nach 2001 senkten die politische und militärische Hemmschwelle für präventive Gewalt, Regimewechsel-Aktionen und eine Ordnungspolitik mit Luftschlägen, Sanktionen und verdeckten Operationen.
Die jüngste Eskalation verdeutlicht zugleich die Grenzen einer Strategie, die auf militärische Überlegenheit allein setzt. Die USA und Israel besitzen die Reichweite und Präzision, um zentrale iranische Infrastruktur, Luftverteidigung, Raketen- und Kommandoeinrichtungen tief im Land anzugreifen. Teheran kann diese Überlegenheit nicht symmetrisch beantworten. Es kann jedoch durch ballistische Raketen und Drohnen, Angriffe auf westliche Stützpunkte in der Region, maritime Störaktionen und die Mobilisierung verbündeter Akteure erhebliche Kosten verursachen. Gerade die Straße von Hormus macht aus einem regionalen Krieg einen Vorgang von globaler Tragweite: Über sie läuft gewöhnlich rund ein Fünftel des weltweit gehandelten Öls und ein erheblicher Anteil des Flüssigerdgases. (8)
So ergibt sich die bedrückende Kette:
Auf den Schock von 9/11 folgten Afghanistan, Irak, der Ausbau des Sicherheitsstaates und die Entgrenzung präventiver Kriegführung. Die politischen und militärischen Trümmer dieser Entscheidungen prägen heute die Kriege des Nahen Ostens – bis hin zur offenen Konfrontation mit Iran.
Das Gedenken an 9/11 darf deshalb nicht beim Blick auf die eingestürzten Türme enden. Es muss auch die nachfolgenden Kriege, zerstörten Staaten, Fluchtbewegungen, Radikalisierungen und den Verlust rechtsstaatlicher Maßstäbe einbeziehen. Die offene Frage nach 25 Jahren lautet nicht allein, wie der Anschlag möglich war. Sie lautet auch, warum der Westen aus einem realen Angriff eine Politik entstehen ließ, die immer neue Konflikträume erzeugte – und weshalb er heute erneut vor der Illusion steht, militärische Überlegenheit könne politische Ordnung erzwingen.
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Anmerkungen und Quellen
Wolfgang Effenberger, Jahrgang 1946, erhielt als Pionierhauptmann bei der Bundeswehr tiefere Einblicke in das von den USA vorbereitete "atomare Gefechtsfeld" in Europa. Nach zwölfjähriger Dienstzeit studierte er in München Politikwissenschaft sowie Höheres Lehramt (Bauwesen/Mathematik) und unterrichtete bis 2000 an der Fachschule für Bautechnik. Seitdem publiziert er zur jüngeren deutschen Geschichte und zur US-Geopolitik. Zuletzt erschienen vom ihm: „Schwarzbuch EU & NATO“ (2020), "Die unterschätzte Macht" (2022), "Vom Krieg zur Weltordnung" (2026).
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1) https://www.govinfo.gov/content/pkg/GPO-911REPORT/pdf/GPO-911REPORT.pdf
2) Vgl. Foreign Relations of the United States, 1977–1980, Bd. XII, Afghanistan, Dokument 76, U.S. Department of State; Bruce Riedel, „United States and the Soviet-Afghan War, 1979–1989“, in: The Oxford Handbook of the Cold War; Guido Steinberg / Nils Wörmer, Saudi-Arabia’s Interests in Afghanistan and Pakistan, Stiftung Wissenschaft und Politik, Berlin 2013 https://academic.oup.com/edited-volume/61644/chapter/539898813
3) https://www.act.nato.int/our-work/nato-warfighting-capstone-concept/?utm_source=chatgpt.com
4) Ebda.
5) https://api.army.mil/e2/c/downloads/367967.pdf
6) Ebda.
9) Ebda.
8) https://www.dw.com/de/irans-kalk%C3%BCl-vor-den-us-zwischenwahlen/a-79224834
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: Blick auf Lower Manhattan mit Freiheitsstatue und Twin Tower
Bildquelle: meunierd / shutterstock
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