Ein Meinungsbeitrag von Dirk C. Fleck.
Kennt ihr das Land, wo die verbalen Bomben fallen? Wo die Moderatoren des Mainstreams nach jedem Interview hämisch gegrillt werden? Wo jedes zweite Video weltweit viral geht? Wo die Republik täglich in Agonie verfällt und die Statthalter des Staates in einem fort an den Pranger gestellt werden? Wo das Ende der Kartellparteien so regelmäßig verkündet wird wie der Wetterbericht in der Tagesschau? Wo der Rücktritt des Kanzlers nur noch eine Frage von Stunden ist? Wo das gesamte System kippt und der Wahlbetrug nach jeder Volksabstimmung ausgemachte Sache ist? Wo der Bundestag quer durch die Fraktionen für Alice Weidel klatscht? Wo Die Linke dem Antisemitismus frönt, wenn sie für Gaza Partei ergreift? Wo verkündet wird, dass Berlin dank dieser Enteignungsapologeten der baldige Untergang beschieden sein wird? Wo mit Fake-News genauso marktschreierisch umgegangen wird wie in ARD und ZDF?
Kennt ihr das Land, wo Poschard, Hahne, Reichelt und Maaßen omnipräsent das dumme Geschwätz des öffentlichen Diskurses mit schlauen Kommentaren würzen? Wo ein Schweizer Friedensforscher seine nie endende 9/11-Tournee dokumentiert und nebenbei mit der bahnbrechenden Erkenntnis daran erinnert, dass Friedensverhandlungen allemal besser sind als Krieg? Wo man uns in schöner Regelmäßigkeit daran erinnert, dass alles gut wird, wenn wir begreifen würden, dass wir Teil einer Menschheitsfamilie sind? Wo KI befragt wird, was wohl passiert, wenn Medien zum Machtinstrument werden. Wo sich die alternativen Foren an den immer gleichen Themen abarbeiten, während sie gleichzeitig in erbarmungswürdiger Manier um Spenden betteln müssen? Wo ihre Leser nicht einfach nur Leser sind, sondern zu Mitgliedern einer Community hochstilisiert werden.
Dieses Land, liebe Community, ist Deutschland, ein marodes, abgewirtschaftetes Gefüge ohne sozialen Zusammenhalt, das sich auf dem Weg zur Selbstaufgabe befindet, während in seinen Städten laut nach der Scharia gerufen wird. Bereits im Jahre 2015, als Deutschland in einem Anflug von „Nächstenliebe“ die Schleusen für Flüchtlinge aus aller Welt öffnete, hatte Michel Houellebecq in seinem Roman „Unterwerfung“ geschildert, wie ein Land, in diesem Fall Frankreich, sukzessive unterspült und seiner Identität beraubt wird. In Deutschland findet das gerade statt. Jene, die das im Internet lauthals beklagen, werden gelöscht oder braun angemalt. Warum lässt man die Volkszerstörer und Kriegstreiber gewähren? Weil genug Propagandagift gesprüht wurde, um den gesunden Menschenverstand flächendeckend einzunebeln. Währenddessen sucht Angela Merkel (in welchem Auftrag sie auch gehandelt haben mag) die Schuld für das vielfältige Elend nicht bei sich selbst, sondern bei den Deutschen, die das Chaos schlecht organisiert und zu wenig Mitgefühl gezeigt hätten. Hitler hatte sich am Ende ähnlich enttäuscht über die Charakterstärke des deutschen Volkes geäußert, dessen Zähigkeit er offensichtlich falsch eingeschätzt hatte.
Was hat das mit meinem Thema zu tun? Wenig, zugegeben. Ich bin aus der Spur geraten. Eigentlich sollte es eine humorvolle, etwas zynische Betrachtung der digitalen Spielwiese werden, auf der wir uns angesichts der Politshow seelenloser Auftragskiller lustvoll auskotzen dürfen. Auftragskiller – wie sonst soll man die Herrschaften bezeichnen, die eine von BlackRock und Rheinmetall vorgeschriebene Agenda umsetzen, welche die gesamte Menschheit aufs Spiel setzt? Warum lässt man sie gewähren, anstatt sie von ihren Sesseln zu reißen und gefedert und geteert durch die Straßen zu treiben? Weil genug Propagandagift gesprüht wurde, um das Volk ruhig zu stellen, und es glauben zu machen, es hätte etwas zu sagen. Aber da ist ja noch das alternative Internet. Das alternative Internet klärt auf, es ist unser kleines gallisches Dorf, in dem eine Empörungskultur wächst, die den Panzer der Ignoranz durchbrechen wird, welcher die breite Öffentlichkeit gefangen hält.
Wirklich? Ist das so? Das alternative Gedöns ist rührend in seinen analytischen Bemühungen, in seinen moralischen Appellen und dem Versuch, die klassische Gesprächskultur wieder herzustellen. Eitelkeit und Rechthaberei dominieren aber auch hier, wie könnte es unter Menschen anders sein. Da helfen die spirituellen Weckrufe auch nicht weiter, denen man im Netz vermehrt begegnet. Im Gegenteil, man wird den Eindruck nicht los, als solle hier unverhohlen die Spreu vom Weizen getrennt werden.
Egal, wir lieben unsere tägliche Dosis „Hass und Hetze“, solange wir sie noch lieben können, denn Ursula schläft nicht. Wir feiern unsere intellektuellen Ikonen, Schnellsprecher und Mahnwesen, die sich mutig in den Gegenwind stellen. Wir liken und herzen jeden, der uns aus der Seele spricht, ohne zu realisieren, dass dies Teil eines Gesellschaftsspiels ist, das wir längst verloren haben. Die wahren Machtverhältnisse lassen sich nicht verschieben. Wo sich Gier und Vernunft begegnen, siegt immer die Gier. Bis in den Tod. Dass wir dies auf einem digitalen Spielfeld beklagen können, lindert den Schmerz ein wenig, macht aber nur jene Mitspieler glücklich, die sich auf zahlreichen YouTube-Kanälen darin üben, ihren Senf dazu zu geben. Bringt doch Spaß.
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Wir danken dem Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.
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Bild: Illustration: Internet der Dinge
Bildquelle: metamorworks / shutterstock
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