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Geheimes CENTCOM-Treffen in Deutschland | Von Claudia Töpper

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Das Nachrichtenportal Axios berichtete am 15. September 2026 über ein geheimes Treffen, das zwischen der US-Kommandozentrale, Israel und mehreren arabischen Staaten kürzlich in Deutschland stattfand. Ein genaues Datum des Treffens wurde öffentlich nicht bekannt gegeben.(1) Das Bundesverteidigungsministerium soll laut des Spiegels nichts von dem Treffen gewusst haben.(2)

Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Das CENTCOM-Treffen

In der vergangenen Woche hat ein CENTCOM-Treffen zum Thema Irankrieg in Deutschland stattgefunden. Der Kommandeur des US-Zentralkommandos, Admiral Brad Cooper organisierte dieses Treffen, bei dem Staats- und Regierungschefs aus Israel, Saudi-Arabien, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Bahrain, Kuwait, Katar, Jordanien und Ägypten anwesend waren. Unter anderem sollen der Erhalt der US-Stützpunkte im Nahen Osten und das weitere Vorgehen in Bezug auf die Straße von Hormuz diskutiert worden sein.(3) Hierbei stellte Cooper klar, dass die USA die US-Stützpunkte im Nahen Osten nicht verlassen werden, obwohl diese das Ziel iranischer Angriffe waren. Zudem erklärte er, dass die USA plane, den Seeverkehr in der Straße von Hormuz zu erweitern. Genauere Details zu dem Treffen sind zum jetzigen Zeitpunkt nicht bekannt. Auch der genaue Ort des Treffens wurde nicht genannt. Die Times of Israel verwies lediglich auf ein Skiresort in Deutschland.(4)

Das Treffen fand statt, obwohl Israel keine diplomatischen Beziehungen zu beteiligten arabischen Staaten hat, insbesondere mit Saudi-Arabien und Katar. Beide Staaten wurden zudem von israelischen Politikern als feindlich bezeichnet.(5) Keiner der beteiligten Golfstaaten hat seine Teilnahme bisher öffentlich bestätigt oder bestritten.(6)

Was ist CENTCOM?

Das United States Central Command (auf Deutsch: Zentralkommando der Vereinigten Staaten) ist eines von 11 US-Kampfkommandos. Es ist die militärische Führungszentrale der USA, die für den Nahen Osten, Ost-Afrika und Zentral-Asien zuständig ist. Die unterstellten Truppen haben unter anderem Stützpunkte in Kuwait, Bahrain, Katar, den Vereinigten Arabischen Emiraten, Oman, Pakistan und mehreren Ländern in Zentralasien. Zusätzlich waren in der Vergangenheit Truppen in Jordanien, Israel und Saudi-Arabien aktiv. CENTCOM plant und bereitet militärische Reaktionen auf Krisen und mögliche Krisenszenarien vor. Das Hauptquartier befindet sich auf der MacDill Air Force Base in Tampa, Florida. Das CENTCOM wurde 1983 aufgestellt. Es untersteht dem derzeitigen US-Verteidigungsminister Pete Hegseth, der für die übergeordnete militärische Führung und politische Steuerung des Verteidigungsministeriums verantwortlich ist.(7) CENTCOM selbst wird seit August 2025 von Admiral Charles Bradford Cooper II als Commander geführt.

Warum ein Treffen in Deutschland?

Da Deutschland nicht zum CENTCOM-Gebiet gehört, stellt sich die Frage, warum ein Treffen mit hochrangigen Militäroffizieren aus acht Nationen genau dort stattfand. Auch, wenn bisher keine offiziellen Informationen zum genauen Ort des Treffens vorliegen, lassen die bekannten Informationen zumindest eine Vermutung zu. Wenn es sich bei dem Ort tatsächlich um ein Skigebiet in Deutschland handelte, scheint es weder Ramstein, Spangdahlem noch Stuttgart zu sein, wie der Spiegel vermuten lässt. Es könnte sich um Garmisch-Partenkirchen handeln, genauer Edelweiss Lodge and Resort. Hier handelt es sich um eine Einrichtung des US-Verteidigungsministeriums innerhalb der US Army Garrison Bavaria. Zudem befindet sich dort das George C. Marshall European Center for Security Studies und die NATO School in Oberammergau. Die US Army beschreibt das Marshall Center und die NATO School ausdrücklich als Orte für internationale militärische Diplomatie, Ausbildung und Kooperation.(8)

Zeitgleich geplante Gespräche mit dem Iran verschoben

Ursprünglich lud der Iran die Golfstaaten zu einem Treffen am 14. September 2026 in den Oman ein. Hier sollte eine sichere Schifffahrtsroute durch die Straße von Hormuz und die Kontrolle über die Straße von Hormuz diskutiert werden. Dieses Treffen wurde jedoch auf Wunsch von Saudi-Arabien verschoben.(9)

Reaktion des Iran

Der iranische Sicherheitsfunktionär Mohsen Rezaei äußerte sich zu diesen Vorgängen. Er sagte wörtlich:

„Wir haben sie zum Salahah-Treffen eingeladen, und sie haben sich mit einem geheimen Treffen in Deutschland mit dem US-Zentralkommando und Israel revanchiert.“(10)

Die staatliche iranische Nachrichtenagentur IRNA veröffentlichte am 20. September 2026 ein offizielles Statement des Khatam al-Anbiya Central Headquarters (zentrales operatives Militärkommando der iranischen Streitkräfte). Darin heißt es wörtlich:

„Wir warnen: Sollte die USA einen Fehler gegenüber dem Islamischen Iran begehen, werden alle Stabilitätszentren und Interessen dieses Landes in der Region ohne jegliche Einschränkung und Vorbehalt zum Ziel anhaltender, wirksamer und schmerzhafter Angriffe. […]“(11)

Am selben Tag gab der US-Präsident, Donald J. Trump FOX News Reporter, Trey Yingst ein Telefoninterview. Dort soll Trump folgendes erklärt haben: „Der Präsident beschrieb die aktuellen Entscheidungen auf dem Tisch als "Iran auslöschen, sie wirtschaftlich verrotten lassen oder ein Abkommen machen". Er fügte hinzu:

„Meine Frage ist, ob und wann ich die ganze Nation in die Luft jage? Sie sollten sich besser benehmen.“(12)

Kommentar

Die Situation zwischen den USA, Israel und dem Iran droht weiter zu eskalieren. Welche Rolle spielen in diesem Krieg die Nachbarstaaten des Irans? Der Sprecher des iranischen Außenministeriums, Esmaeil Baghaei sagte in einem Interview zu dem geplanten Treffen im Oman vor der Verschiebung wörtlich:

„[das Treffen sei] ein Zeichen für die gute Absicht des Iran, weil wir die ganze Zeit gesagt haben, dass die Sicherheit der Region von den Ländern der Region ohne Intervention der Ausländer ohne Intervention der Außenmächte gewährleistet werden muss. […] Dies ist ein Zeichen dafür, dass wir mit unseren Nachbarn sprechen werden, trotz der Tatsache, dass ihre Gebiete, ihre Militärstützpunkte oder die Militärstützpunkte der Vereinigten Staaten verwendet wurden, um den Iran anzugreifen."(13)

Anstatt die Gespräche mit dem Iran aufzunehmen, führen sie die Gespräche mit den Ländern, die den Krieg verursacht haben. Für den Iran scheint es wie ein Hinterhalt zu wirken und die Situation schaukelt sich weiter hoch. Wäre es von den Nachbarstaaten nicht klüger gewesen, beide Gespräche in Anspruch zu nehmen? Die Diplomatie scheint irgendwie gänzlich verloren gegangen zu sein.

Zudem stellen sich weitere Fragen.

Die Situation in Deutschland gestaltet sich offenbar so, dass sich mehrere Nationen zu einem Krisengespräch oder Eskalationsgespräch treffen können, ohne, dass die Bundesregierung auch nur einen Hauch von Ahnung davon hat, wenn man den offiziellen Aussagen Glauben schenken darf.

Sollte man diesen Aussagen wirklich Glauben schenken? In der Bundespressekonferenz vom 16. September 2026 wird der Staatssekretär, Stefan Kornelius dazu befragt. Seine Antwort lautet wörtlich:

„Die Bundesregierung kann dazu nichts sagen.“(14)

Dies ist kein deutliches Nein. Es heißt eher, wir kommentieren das nicht.

Am selben Tag, als Axios über das geheime CENTCOM-Treffen in Deutschland berichtete, traf sich der deutsche Verteidigungsminister, Boris Pistorius mit dem US-Verteidigungsminister, Pete Hegseth in Washington.(15) Beide unterzeichneten eine Vereinbarung zur Vertiefung der deutsch-amerikanischen Verteidigungskooperation, d. h., dass die Zusammenarbeit zwischen Waffenherstellern beider Länder vertieft werden soll und schließt mit ein, dass Deutschland Tomahawk-Marschflugkörper von den USA kauft.(16)

Egal, wo man zurzeit hinsieht, ob in Deutschland bei den Wahlen oder in der Welt in großen Konflikten und Kriegen. Es wird immer mehr eskaliert, immer mehr gespalten, immer mehr hat man das Gefühl, sich in einem Kindergarten zu befinden, wobei dies den Kindern nicht gerecht wird, denn die verhalten sich ihrem Alter entsprechend, was man von den Politikern auf der Weltbühne nicht behaupten kann. Diplomatie und Gespräche dürfen kein Auslaufmodell sein, sie müssen verpflichtend sein. Wer sich weigert, sollte seinen Posten als Politiker verlieren. Wer Waffen statt Gespräch wählt, ist der Verantwortung nicht gewachsen.

Quellen und Anmerkungen

(1) https://www.axios.com/2026/09/15/military-commanders-us-israel-arab-countries-iran-meeting-germany

(2) https://www.spiegel.de/ausland/usa-luden-offenbar-israel-und-arabische-staaten-zu-treffen-in-deutschland-ein-a-c5ebfc0a-2784-42ae-bce4-50330e949bde

(3) https://www.timesofisrael.com/idf-chief-met-army-heads-of-qatar-saudi-arabia-other-arab-states-to-discuss-iran-report/amp/; https://www.axios.com/2026/09/15/military-commanders-us-israel-arab-countries-iran-meeting-germany

(4) https://www.timesofisrael.com/idf-chief-met-army-heads-of-qatar-saudi-arabia-other-arab-states-to-discuss-iran-report/amp/

(5) https://www.timesofisrael.com/idf-chief-met-army-heads-of-qatar-saudi-arabia-other-arab-states-to-discuss-iran-report/amp/

(6) https://www.tasnimnews.ir/en/news/2026/09/20/3701535/iran-military-headquarters-alludes-to-secret-us-israel-arab-meeting-in-germany/amp

(7) https://www.centcom.mil/ABOUT-US/; https://www.centcom.mil/ABOUT-US/POSTURE-STATEMENT/POSTURE-STATEMENT-CONTINUED/

(8) https://home.army.mil/bavaria/9017/8040/0348/02_USAG_Bv_Fact_Sheet_Public_20260202.pdf

(9) https://www.reuters.com/business/energy/diplomacy-stumbles-with-postponement-meeting-strait-hormuz-proposal-2026-09-13/

(10) https://www.theguardian.com/world/2026/sep/20/middle-east-braces-for-more-violence-as-iran-claims-us-is-planning-to-renew-bombing-campaign

(11) https://www.tasnimnews.ir/fa/news/1405/06/29/3701392/هشدار-ایران-به-کشورهای-منطقه-خطا-کنید-هدف-حملات-دردناک-قرار-می-گیرید/amp

(12) https://www.mediaite.com/media/news/trump-warns-foxs-yingst-very-big-things-are-happening-on-iran-my-question-is-if-and-when-do-i-blow-the-entire-nation-up/

(13) https://www.aljazeera.com/amp/news/2026/9/12/bahrain-says-it-will-not-participate-in-irans-proposed-hormuz-meeting

(14) https://ebs.publicnow.com/view/E8F8A4369357588848E6156B2D50AE69D5B2F37A

(15) https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/germany-us-sign-agreement-deepen-defense-cooperation-between-industries-2026-09-15/

(16) https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/germany-us-sign-agreement-deepen-defense-cooperation-between-industries-2026-09-15/

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Dank an die Autorin für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: Das offizielle Logo des Zentralkommandos der Vereinigten Staaten (CENTCOM)

Bildquelle: Samuel Boivin / shutterstock


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