Hollisters Geopolitik-Radar

Hollisters Geopolitik-Radar vom 05. – 11. Oktober 2026

Hollisters Geopolitik-Radar vom 05. – 11. Oktober 2026

Washington öffnet den Handel mit russischem Diesel, während Europa an seinen Sanktionen festhält. Gleichzeitig werden mögliche amerikanische Beteiligungen an Nord Stream diskutiert. Im Jemen wird um die Kontrolle des Bab al-Mandab gekämpft, US-Kampfflugzeuge erzwingen die Iran-Blockade, und zwischen Äthiopien und Eritrea wächst die Gefahr eines neuen Krieges. Auch im Südchinesischen Meer und im östlichen Mittelmeer verschärfen sich die Spannungen.

Hollisters Geopolitik Radar untersucht 15 Entwicklungen und fünf strategische Zusammenhänge. Im Mittelpunkt steht eine Frage: Wer kontrolliert die Lieferwege - und wer bestimmt, unter welchen Bedingungen sie genutzt werden dürfen?

Geopolitik-Radar vom 05. – 11. Oktober 2026

Ein Meinungsbeitrag von Michael Hollister.

Die Lieferwege und ihre Bedingungen

Washington erlaubt wieder Geschäfte mit russischem Diesel, während Deutschland an den Russland-Sanktionen festhält und europäische Notreserven schneller auf den Markt kommen sollen. Zugleich berichten fünf mit Gesprächen vertraute Personen von Überlegungen zu amerikanischen Investoren bei Nord Stream. Im Jemen kämpfen Regierungstruppen um den Zugang zum Bab al-Mandab, derweil Raketen den Flughafen von Riad treffen. Was diese Entwicklungen verbindet, ist keine gemeinsame Befehlszentrale. Es ist die Frage, wer die Nutzung eines Lieferwegs erlauben, verhindern oder wirtschaftlich verwerten kann.

Die Woche vom 05. bis zum 11. Oktober 2026 zeigt auch andere Formen dieser Macht. Äthiopien und Eritrea legen dem UN-Sicherheitsrat gegensätzliche Kriegsdarstellungen vor; amerikanische Streitkräfte setzen eine Blockade gegen Iran mit Waffengewalt durch. Griechenland und die Türkei streiten über Vorarbeiten für eine Stromverbindung nach Zypern und Israel. Im Südchinesischen Meer treffen Küstenwachen und Militärflugzeuge aufeinander, ohne dass daraus bereits ein offenes Gefecht geworden wäre. Der Radar hält fest, welche Schritte belegt sind, welche Aussagen von Konfliktparteien stammen und an welchen Stellen die entscheidenden Antworten noch fehlen.

TICKER

1. USA erlauben russischen Diesel - Europa bleibt bei den Sanktionen (09.-10. Oktober 2026) Das amerikanische Finanzministerium erteilte am 09. Oktober mit General License 135 eine befristete Genehmigung für Verkauf, Lieferung, Entladung und Einfuhr von Diesel russischer Herkunft bis zum 07. April 2027. Donald Trump kündigte nach einem Gespräch mit Wladimir Putin zunächst mehr als 300.000 Tonnen für den amerikanischen und internationalen Markt sowie weitere Mengen für die folgenden Monate an. Am 10. Oktober gab die russische Regierung an, ihr eigenes Dieselausfuhrverbot teilweise aufzuheben und zunächst 500.000 Tonnen für den Weltmarkt zuzulassen; Ankündigungen sind noch keine belegten Lieferungen. Deutschlands Regierung bekräftigte ihre Russland-Sanktionen, EU-Außenbeauftragte Kaja Kallas kritisierte die möglichen zusätzlichen russischen Einnahmen. Gleichzeitig beschleunigt die Internationale Energieagentur bereits zugesagte Reservefreigaben, besonders bei Diesel. Welche Abhängigkeiten sich hinter dieser unterschiedlichen Behandlung russischer Energie verbergen, untersucht Mit Russland gebrochen, von Amerika abhängig.

2. Jemen: Offensive und Gegenangriffe am Bab al-Mandab (05.-10. Oktober 2026) Von Saudi-Arabien unterstützte jemenitische Regierungstruppen meldeten Geländegewinne an der Küste und Vorstöße im Raum Mocha und Dhubab. Der saudische Botschafter erklärte die Meerenge am 09. Oktober für von Huthi-Kräften geräumt; eine unabhängig bestätigte vollständige Kontrolle über sämtliche Zufahrten und Stellungen liegt damit nicht vor. Am 10. Oktober meldeten regierungsnahe Verbände, einen Huthi-Gegenangriff bei Dhubab abgewehrt zu haben, während saudische Flugzeuge weitere Einsätze flogen. In Riad starben nach saudischen Behördenangaben bei einem Angriff auf den internationalen Flughafen am 10. Oktober mindestens zwölf Menschen, mehr als 300 wurden verletzt; Saudi-Arabien machte die Huthi verantwortlich. Die militärischen und maritimen Zusammenhänge beschreibt Die Huthis.

3. Mekka-Pakt: Drei Staaten sagen Saudi-Arabien militärische Hilfe zu (05.-08. Oktober 2026) Saudi-Arabien, die Türkei und Pakistan beschlossen bei einer Sitzung in Riad, vereinbarte militärische Fähigkeiten rasch für Saudi-Arabien verfügbar zu machen. Die Partner berufen sich auf ihren im August geschlossenen Verteidigungspakt, nach dem ein bewaffneter Angriff auf einen Mitgliedstaat als Angriff auf alle gilt. Türkische Regierungsvertreter beschrieben die zunächst vorgesehene Unterstützung vor allem als technisch und defensiv; eine türkische Beteiligung an jemenitischen Bodenoperationen ist damit nicht belegt. Zwischen politischer Beistandserklärung, Entsendung militärischen Geräts und direktem Kriegseintritt liegen weiterhin gesonderte Entscheidungen. Die Vertragsgrundlage behandelt Der Mekka-Pakt - Teil 1; die Interessen weiterer Staaten Teil 2.

4. Äthiopien und Eritrea wenden sich mit Kriegsanschuldigungen an die UN (09.-10. Oktober 2026) Äthiopien erklärte gegenüber dem Sicherheitsrat, eritreische Einheiten seien bis zu 60 Kilometer in äthiopisches Gebiet vorgedrungen, und berief sich auf das Recht zur Selbstverteidigung. Eritrea wies den Vorwurf zurück und verlangte seinerseits Maßnahmen des Sicherheitsrats gegen aus seiner Sicht bestehende äthiopische Angriffsabsichten. Parallel meldeten äthiopische Regierungskräfte Geländegewinne in Tigray; Reuters berichtete anhand von Bewohneraussagen und verifiziertem Bildmaterial über ihren Einzug in Adigrat. Der UN-Generalsekretär äußerte Sorge über die Kämpfe und die gemeldete Präsenz eritreischer Truppen. Beide diplomatischen Schreiben sind dokumentiert, ihre militärischen Behauptungen aber nicht vollständig unabhängig geprüft. Die einzelnen Frontmeldungen verfolgt das Konflikt-Update Nr. 5.

5. Nord Stream: Gespräche über einen möglichen amerikanischen Investor (08. Oktober 2026) Nach Recherchen von Reuters haben amerikanische und russische Vertreter, darunter Jared Kushner und Kirill Dmitrijew, über Modelle gesprochen, bei denen ein amerikanischer Investor an den Nord-Stream-Pipelines beteiligt wäre. Fünf mit den Vorgängen vertraute Personen berichteten darüber; ein Vertreter des Weißen Hauses bestritt allerdings jüngste konkrete Nord-Stream-Gespräche. Die Bundesregierung lehnt eine Wiederinbetriebnahme ab, zudem bestehen amerikanische und europäische Sanktionen. Die Berichte belegen daher kein abgeschlossenes Geschäft und keine bevorstehende Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen nach Deutschland. Politisch bemerkenswert ist bereits die Prüfung einer Beteiligung, bei der russisches Gas über eine zusätzliche amerikanische wirtschaftliche Interessenebene nach Europa gelangen könnte. Daneben steht die aktuelle europäische Debatte über neue Handelsabwehrinstrumente, beschrieben in Die Waffe nach außen.

6. Iran: Angriffspause angekündigt, Handelsschiff durch US-Luftangriff gestoppt (08.-10. Oktober 2026) Trump erklärte am 08. Oktober, während indirekter Gespräche mit Teheran vor den amerikanischen Zwischenwahlen vom 03. November keine neuen militärischen Angriffe gegen Iran durchführen zu wollen. Eine Aufhebung der amerikanischen Seeblockade war damit nicht verbunden. Am 10. Oktober teilte CENTCOM mit, ein amerikanisches Kampfflugzeug habe das panamaisch beflaggte Frachtschiff Ocean Molica, auch Arika Sun genannt, im Golf von Oman am Heck getroffen und seinen Antrieb außer Funktion gesetzt. Nach US-Darstellung hatte die Besatzung wiederholte Warnungen missachtet; diese Vorgeschichte wurde nicht unabhängig bestätigt. Das militärische Vorgehen gegen ein ziviles Handelsschiff gehört zu den konkreten Fragen, die Der südliche Fahrweg bereits strategisch vorbereitet hat.

7. Ukraine: Angriffe auf Städte und Streit über russische Raffinerien (07.-10. Oktober 2026) Russische Angriffe trafen unter anderem Pryluky, Kramatorsk und Saporischschja; ukrainische Behörden meldeten hohe zivile Opferzahlen. Gleichzeitig setzen ukrainische Kräfte Angriffe auf russische Energieanlagen fort, die Kiew als Teil der russischen Kriegswirtschaft bezeichnet. Trump forderte am 10. Oktober öffentlich ein Ende solcher Raffinerieangriffe und kritisierte Präsident Selenskyj. Die Financial Times berichtete darüber hinaus, amerikanische Unterhändler hätten eine Einschränkung der Geheimdienstzusammenarbeit angedroht, falls die Angriffe weitergingen; die konkrete Drohung ist nicht offiziell bestätigt. Die militärische Front und die Auseinandersetzung um Energieziele beschreibt das Konflikt-Update Nr. 5.

8. Handelsschiff vor Rumänien gesunken (05. Oktober 2026) Die Royad Mammadov, ein mit der türkischen Schifffahrt verbundenes Frachtschiff unter der Flagge von St. Kitts und Nevis, geriet nach der Ausfahrt aus einem ukrainischen Donauhafen im Schwarzen Meer in Brand und sank nahe der rumänischen Küste. Berichten zufolge starben zwei Menschen; weitere Besatzungsmitglieder wurden gerettet. Ukrainische Stellen vermuteten einen russischen Drohnenangriff, während die Ursache zunächst nicht von allen zuständigen Stellen bestätigt war. Das Ereignis liegt außerhalb der ukrainischen Küstengewässer und macht die Gefahr für zivile Frachter auf internationalen Handelsrouten sichtbar. Für Versicherung, Hafenanläufe und Exportplanung zählt nicht nur, welche Seite einen Angriff verantwortet, sondern auch, ob eine Route weiterhin zuverlässig befahren werden kann.

9. Südchinesisches Meer: Sechs gefährliche Begegnungen mit den Philippinen (01.-09. Oktober 2026) Das Fachmedium USNI News dokumentierte mindestens sechs Konfrontationen chinesischer und philippinischer Schiffe oder Flugzeuge bei Scarborough Shoal, Second Thomas Shoal, Loaita und nahe den Batanes-Inseln. Am 03. Oktober näherte sich ein chinesisches Kampfflugzeug einem philippinischen Aufklärungsflugzeug; beide Regierungen gaben einander die Verantwortung für den Zwischenfall. Am 08. Oktober berichteten philippinische Stellen von Behinderungen bei einer medizinischen Evakuierung, am 09. Oktober von einem chinesischen Milizschiff mit 22 kleineren Booten. Ein offener Schusswechsel ist aus diesen Angaben nicht belegt. Die kumulierte Wirkung solcher Präsenz- und Kontrolloperationen bildet einen anderen Konflikttyp als die Bodenoffensiven der Woche. Den strategischen Hintergrund chinesischer wirtschaftlicher Gegenmaßnahmen beschreibt Chinas leise Antwort.

10. Mali: Regierungstruppen ziehen erneut in Kidal ein (06.-09. Oktober 2026) Die malische Armee nahm am 06. Oktober Kidal im Norden des Landes wieder ein. Die Azawad-Befreiungsfront erklärte, ihre Kräfte seien vor dem Einmarsch zurückgezogen worden, unter anderem wegen der Überlegenheit der gegnerischen Luftstreitkräfte. Malis Regierung sprach von einer erfolgreichen Operation und meldete anschließend die Verstärkung ihrer Stellungen sowie weitere Schläge gegen Fahrzeuge und mutmaßliche Stützpunkte. Russische Kräfte des Africa Corps unterstützten nach Agenturberichten die malische Seite. Die Besetzung einer Stadt und die dauerhafte Kontrolle der Wüstengebiete um sie herum sind nicht dasselbe. Welche Folgen die Veränderungen auf dem Gefechtsfeld haben, behandelt das Konflikt-Update Nr. 5.

11. Sudan: Drohnenangriff auf Vertriebene in Blue Nile (09.-10. Oktober 2026) Die sudanesische Menschenrechtsgruppe Emergency Lawyers meldete nach einem Drohnenangriff im Bundesstaat Blue Nile 41 Tote, darunter acht Kinder. Sie machte die Rapid Support Forces verantwortlich; eine Stellungnahme dieser Kräfte zu dem konkreten Vorwurf lag zunächst nicht vor. Die UN-Nothilfekoordinatorin für Sudan verurteilte den gemeldeten Angriff auf Menschen nahe einer Unterkunft für Vertriebene. Andere frühe Angaben nannten abweichende Opferzahlen, was die Prüfung der endgültigen Bilanz erforderlich macht. Das Ereignis steht für einen Krieg, in dem die Kontrolle über ländliche Räume und die Sicherheit von Zivilisten weit über die bekannteren Fronten hinausreichen. Die Woche im Sudan ist im Konflikt-Update Nr. 5 eingeordnet.

12. Südlibanon: Schüsse treffen UNIFIL-Stellung (07. Oktober 2026) Mehrere Schüsse aus Handfeuerwaffen trafen nach einer offiziellen Erklärung der UN-Friedenstruppe eine Stellung nahe Kfar Shouba an der Blauen Linie. Geschosse beschädigten die Umfassungsmauer, Unterkünfte und UN-Fahrzeuge; Verletzte wurden nicht gemeldet. UNIFIL leitete eine Untersuchung ein, ohne in der Erklärung einen Urheber zu benennen. Die Sicherheitsfrage reicht über den einzelnen Zwischenfall hinaus: Nach dem geplanten Auslaufen des Mandats Ende Dezember steht zur Diskussion, welche Kräfte die bisherige Beobachtungsfunktion übernehmen und wie Zwischenfälle künftig dokumentiert werden. Die Geschichte und militärische Stellung eines der wichtigsten Akteure der Region erklärt Die Hisbollah.

13. Griechenland und Türkei streiten über eine Stromverbindung nach Zypern (07.-08. Oktober 2026) US-Außenminister Marco Rubio bekräftigte amerikanische Unterstützung für den Great Sea Interconnector, eine geplante Unterwasserstromverbindung zwischen Griechenland, Zypern und später Israel. Das Projekt mit einem angegebenen Volumen von 1,9 Milliarden Euro stockt wegen unterschiedlicher griechischer und türkischer Ansprüche auf die maritimen Untersuchungsgebiete. Ankara verlangt eine Abstimmung über Vermessungsarbeiten in einem Raum, auf den es sich unter anderem mit einem Abkommen mit Libyen von 2019 bezieht; Athen weist diese Grundlage zurück. Rubio kündigte diplomatische Bemühungen zur Überwindung der Hindernisse an. Warum sich der Ägäis-Streit zugleich mit der griechisch-israelischen Sicherheitszusammenarbeit verbindet, behandelt Was Erdoğan wirklich beantwortet hat.

14. Südkorea erprobt einen eigenen Hyperschallgleiter (08. Oktober 2026) Südkoreas Präsidialamt meldete den ersten Teststart eines im Inland entwickelten Hypersonic Glide Vehicle, den Präsident Lee Jae Myung persönlich verfolgte. Die Erprobung sollte nach offizieller Darstellung unter anderem Wärmebeständigkeit, Steuerung und Flugverhalten überprüfen. Das ist ein technischer Test, noch kein unabhängiger Nachweis aller angekündigten Einsatzfähigkeiten. Die Entwicklung fällt in eine Phase neuer nordkoreanischer Raketentests und verstärkter südkoreanischer Bemühungen, eigene militärische Systeme zu entwickeln. Militärische Abschreckung in Ostasien wird damit nicht nur durch die Zahl stationierter Waffen bestimmt, sondern zunehmend auch durch deren Geschwindigkeit, Flugprofil und die Fähigkeit, ihre tatsächlichen Eigenschaften zuverlässig zu messen.

15. Ostkongo: Reuters dokumentiert Verluste privater Militärkräfte (09. Oktober 2026) Eine am 09. Oktober veröffentlichte Reuters-Recherche beschreibt einen Hinterhalt vom 17. September gegen Kräfte des Unternehmens Vectus Global, das mit dem früheren Blackwater-Gründer Erik Prince verbunden ist. Im Ostkongo wurden nach Angaben informierter Quellen mindestens 20 Menschen getötet oder verletzt; unter den Verletzten befindet sich der frühere amerikanische Soldat und Kampfsportler Tim Kennedy. Das Unternehmen hatte zunächst Aufgaben im Zusammenhang mit Einnahmen aus Rohstoffen übernommen und war später bei der Unterstützung kongolesischer Sicherheitsoperationen tätig. Reuters konnte nicht alle Verantwortlichkeiten des Hinterhalts unabhängig klären, und das US-Außenministerium bestritt einen eigenen Vertrag mit Prince im Kongo. Der aktuelle Bericht macht die Beteiligung privater Kräfte an einem längst internationalisierten Konflikt sichtbar.

IN EIGENER SACHE

Das Wöchentliche Konflikt-Update Nr. 5 vom 11. Oktober 2026 verfolgt elf Konfliktschauplätze über die hier zusammengefassten Meldungen hinaus. Es dokumentiert die Bewegungen an der jemenitischen Küste, die Kämpfe in Tigray, die Angriffe auf Handelsschiffe und die Frontverschiebungen in Mali. Der wöchentliche Überblick ist auch im Lagezentrum mit den fortlaufenden Berichten verbunden. Wer die heutige Dieselentscheidung im längeren Zusammenhang lesen möchte, findet mit Das Ventil eine Untersuchung der politischen Wirkung von Energie- und Transportengpässen.

ANALYSE

1. Russischer Diesel und Nord Stream: Wer darf eine Abhängigkeit beenden - und wer sie neu verkaufen?

Am 02. Oktober verständigten sich die G7 auf beschleunigte Lieferungen aus den Notreserven. Washington hatte zuvor europäischen Partnern die Möglichkeit amerikanischer Exportbeschränkungen vor Augen geführt. Die Internationale Energieagentur stellte am 07. Oktober klar, dass ihre Mitgliedstaaten vor allem die bereits im März zugesagten Bestände schneller freigeben wollten. Rund 325 Millionen Barrel waren damals bereits freigegeben; etwa 100 Millionen Barrel sollten aus noch nicht abgeschlossenen Verpflichtungen folgen. Diese Menge darf nicht ohne Weiteres als zusätzlicher Beschluss über völlig neue Reserven gelesen werden.

Zwei Tage später änderte Washington die Behandlung eines anderen Energieträgers. General License 135 erlaubt bis zum 07. April 2027 bestimmte Geschäfte mit russischem Diesel, ausdrücklich einschließlich seiner Einfuhr in die USA. Putin und Trump kündigten größere Exportmengen an, Russland lockerte anschließend eine eigene Ausfuhrbeschränkung. Am 10. Oktober erklärte die Bundesregierung, sie halte an den europäischen Sanktionen fest. Kaja Kallas kritisierte die Möglichkeit zusätzlicher russischer Einnahmen. Das ist der überprüfbare Gegensatz dieser Woche: Europa mobilisiert Reserven und verweigert direkte russische Bezüge, während Washington ausgewählte russische Lieferungen wieder zulässt.

Der Vorgang berührt mehr als den Dieseleinkauf. Nach Reuters-Angaben wurde in amerikanisch-russischen Gesprächen auch eine mögliche US-Investorenbeteiligung an Nord Stream geprüft. Zu einem Deal gibt es keine Bestätigung. Das Weiße Haus bestreitet jüngste konkrete Gespräche, Berlin will die Leitungen nicht reaktivieren, und geltende Sanktionen stehen einer Wiederaufnahme entgegen. Doch die geschäftliche Vorstellung ist erkennbar: Amerikanisches Kapital könnte an einer künftigen europäischen Nutzung russischen Gases verdienen. Wie sich Deutschlands Trennung von Russland mit einer Abhängigkeit von amerikanischen Entscheidungen über Energie verbindet, untersucht Mit Russland gebrochen, von Amerika abhängig.

Eine weitere Ebene betrifft die Ukraine. Trump forderte ein Ende ukrainischer Angriffe auf russische Raffinerien. Die Financial Times berichtete unter Berufung auf ihre Quellen, amerikanische Unterhändler hätten sogar eine Einschränkung der Geheimdienstunterstützung als Druckmittel angesprochen. Belegt ist die öffentliche Forderung Trumps; die konkrete Drohung bleibt eine nicht offiziell bestätigte Recherche. Eine nachweisbare russische Bedingung, wonach die Dieselvereinbarung erst gegen den Stopp ukrainischer Angriffe zustande gekommen wäre, lässt sich daraus nicht ableiten. Gleichwohl betreffen beide Entscheidungen denselben Teil des Krieges: die Verwundbarkeit der Treibstoffproduktion.

Auch Europas Handelspolitik bewegt sich. Am 05. Oktober legten Berlin und Paris einen Vorschlag für ein zusätzliches Instrument zur raschen Einschränkung des EU-Marktzugangs von Drittstaaten vor. Er ist kein geltendes Recht. Wie dieses Instrument in die bestehende Sanktions- und Handelsarchitektur passen könnte, zeichnet Die Waffe nach außen nach. Offen bleibt, ob der europäische Weg zu weniger Abhängigkeit führt oder lediglich neue Zwischenhändler und neue politische Genehmigungsstellen schafft.

Fragen

Welche tatsächlichen Mengen russischen Diesels werden nach den Genehmigungen geliefert, und wer erhält die Erlöse?

Wäre eine mögliche amerikanische Beteiligung an Nord Stream ein Instrument zur Wiederaufnahme russischer Gaslieferungen oder zunächst lediglich ein Finanzgeschäft?

Welche Entscheidungen könnten europäische Staaten eigenständig treffen, wenn Lieferanten, Sanktionen und Finanzierungswege von verschiedenen Bündnispartnern kontrolliert werden?

2. Bab al-Mandab: Eine eroberte Küste ist noch keine sichere Meerenge

Der südliche Ausgang des Roten Meeres wurde in dieser Woche wieder zum unmittelbaren Gefechtsraum. Saudisch unterstützte Regierungstruppen rückten entlang der jemenitischen Küste vor. Aus Riad kam am 09. Oktober die Erklärung, Bab al-Mandab sei von Huthi-Kräften geräumt. Einen Tag später meldeten dieselben regierungsnahen Kräfte einen abgewehrten Gegenangriff bei Dhubab. Damit ist bereits erkennbar, warum die Meldung einer vollständig gesicherten Meerenge mehr verlangt als den Nachweis einzelner Geländegewinne. Entscheidend sind die Kontrolle der Küstenstellungen, die Fähigkeit zur dauerhaften Versorgung der Truppen und die weiter bestehende Reichweite von Raketen, Drohnen und Booten.

Die Huthi verfügen nicht ausschließlich über Positionen an der Küste. Der Angriff auf den Flughafen von Riad mit mindestens zwölf Toten und mehr als 300 Verletzten nach saudischen Angaben zeigt, dass sich der Konflikt tief in das Gebiet Saudi-Arabiens auswirkt. Die Täterzuschreibung der saudischen Behörden und die unterschiedliche Bewertung der Luftangriffe im Jemen müssen dabei getrennt dokumentiert werden. Eine Regierung kann einen Hafen zurückerobern und gleichzeitig weiter durch Raketenangriffe verwundbar bleiben. Umgekehrt kann eine bewaffnete Bewegung Schifffahrt bedrohen, ohne die gesamte Küste dauerhaft zu beherrschen. Der historische und organisatorische Hintergrund dieser doppelten Rolle ist Thema des Dossiers Die Huthis.

Hinzu kommt der Mekka-Pakt. Saudi-Arabien, Pakistan und die Türkei beschlossen in Riad, vereinbarte militärische Fähigkeiten rasch verfügbar zu machen. Die türkische Seite sprach hauptsächlich von technischer und defensiver Hilfe. Es wäre daher voreilig, aus einer gemeinsamen Erklärung eine gemeinsame Bodenoffensive dreier Staaten zu machen. Der Unterschied zwischen dem Vertragstext, den politischen Erklärungen und den tatsächlich entsandten Kräften ist gerade die entscheidende Prüfgröße. Welche Beistandsformel die Partner unterschrieben haben, erklärt Der Mekka-Pakt - Teil 1; die Interessen der Nachbarn untersucht Teil 2.

Der wirtschaftliche Hintergrund ist erheblich. Saudi-Arabien exportiert Energie über Routen, die von Angriffen, Sperren und erhöhten Versicherungskosten betroffen sein können. Am anderen Ende der Arabischen Halbinsel steht Hormus unter militärischem Druck. Damit treffen zwei geographisch unterschiedliche Konflikte teilweise dieselben Transportentscheidungen. Die Zange schließt sich erläutert, warum für Saudi-Arabien nicht allein die Zahl funktionierender Häfen, sondern die Erreichbarkeit ihrer Seewege zählt. Für die nächste Woche wird deshalb wichtiger sein, welche Schiffe wieder fahren, als welche Seite zuerst den vollständigen Sieg erklärt.

Fragen

Welche Küstenabschnitte und Inseln am Bab al-Mandab sind unabhängig bestätigt unter welcher Kontrolle?

Welche konkrete militärische Unterstützung leisten Pakistan und die Türkei bereits, und welche Schritte erfordern weitere Beschlüsse?

Ab welchem Punkt würden Reeder und Versicherer eine tatsächliche Verbesserung der Passage feststellen?

3. Iran und Hormus: Gespräche über Frieden, Gewalt zur Durchsetzung der Blockade

Am 08. Oktober kündigte Trump an, vor den amerikanischen Zwischenwahlen keine neuen Angriffe gegen Iran führen zu wollen, solange Gespräche laufen. Diese Erklärung fiel in eine Phase hoher Treibstoffpreise und erneuter Angriffe auf Handelsschiffe. Iran und die USA sprechen über Bedingungen, unter denen Schiffe die Straße von Hormus wieder passieren könnten. Gleichzeitig besteht eine amerikanische Seeblockade gegen den Verkehr von und zu iranischen Häfen fort. Die politische Zusage, keine neuen Angriffe auf Iran selbst zu führen, ist deshalb nicht gleichbedeutend mit dem Ende militärischer Gewalt im Seegebiet.

Am 10. Oktober meldete CENTCOM, ein amerikanisches Kampfflugzeug habe das Handelsschiff Ocean Molica im Golf von Oman angegriffen und bewegungsunfähig gemacht. Das Kommando erklärte, das Schiff habe die Blockade nach Warnungen durchbrechen wollen. Die Darstellung stammt von der angreifenden Streitmacht. Reuters konnte den Betreiber zunächst nicht für eine Stellungnahme erreichen. Unabhängig von der noch nicht geprüften Kommunikation vor dem Treffer steht die bestätigte amerikanische Mitteilung über den gezielten Einsatz einer Präzisionswaffe gegen ein ziviles Handelsschiff. Wer die Rechtsgrundlagen und den räumlichen Umfang der Blockade verstehen will, muss diese beiden Ebenen unterscheiden.

CENTCOM behauptet außerdem, innerhalb von drei Monaten eine große Zahl von Schiffen abgewiesen und weitere Fahrzeuge kampfunfähig gemacht zu haben. Solche Angaben beschreiben den Anspruch des Kommandos auf Durchsetzung seiner Anordnungen, sind aber nicht automatisch eine vollständige unabhängige Bilanz. Die internationale Schifffahrt muss sich unterdessen an den tatsächlichen Risiken orientieren: Annäherung an militärische Sperrzonen, mögliche Angriffe durch verschiedene Konfliktparteien, eingeschränkte Versicherbarkeit und Ausweichrouten. Der südliche Fahrweg behandelt die bisherige amerikanische Strategie der Zugangskontrolle; das Iran-Spezial stellt ihre politische Zielsetzung in einen weiteren Rahmen.

Wie eng diese Fragen mit dem internationalen Energiemarkt verbunden sind, zeigt die Entscheidung der IEA zur beschleunigten Reservefreigabe. Hohe Rohölpreise können auch wetterbedingte Ursachen haben; in derselben Woche beeinträchtigte Hurrikan Isaias die Produktion im Golf von Mexiko. Nicht jeder Preissprung ist daher allein der Straße von Hormus zuzuschreiben. Trotzdem kann kein Konjunkturprogramm einen blockierten Schifffahrtsweg ersetzen. Die Frage ist, welche überprüfbare Vereinbarung einen schrittweisen Übergang von militärischer Durchsetzung zu geregelter Passage möglich macht - und wer diese Regelung kontrollieren würde.

Fragen

Welche konkreten Bedingungen verlangen Teheran und Washington für die Öffnung beziehungsweise Aufhebung der jeweiligen Beschränkungen?

Auf welche Rechtsgrundlage beruft sich Washington für die Durchsetzung seiner Blockade gegenüber Handelsschiffen anderer Flaggenstaaten?

Wer könnte die Einhaltung einer künftigen Schifffahrtsvereinbarung unabhängig überwachen?

4. Äthiopien und Eritrea: Der frühere Verbündete wird zum Adressaten der Kriegswarnung

Die Kämpfe in Nordäthiopien haben sich binnen weniger Tage auf mehreren Achsen verändert. Regierungskräfte und verbündete Formationen übernahmen nach Berichten von Konfliktbeobachtern weitere Städte in Tigray; Reuters bestätigte anhand von Bewohnern und Bildern ihren Einzug in Adigrat. Städte und Straßenknoten geben Zugang zu Nachschub und Verwaltung. Sie beenden nicht von selbst die bewaffnete Opposition. Der Krieg von 2020 bis 2022 und die anschließenden Schwierigkeiten bei der Umsetzung des Pretoria-Abkommens haben bereits gezeigt, wie unterschiedlich der Besitz einer Stadt und die politische Kontrolle über ein Gebiet sein können.

Die unmittelbare Eskalation liegt aber an der internationalen Grenze. Am 09. Oktober erklärte Äthiopien vor dem UN-Sicherheitsrat, eritreische Kräfte seien tief in sein Staatsgebiet eingedrungen; Addis Abeba berief sich auf Artikel 51 der UN-Charta. Eritrea widersprach und verlangte seinerseits Maßnahmen gegen Äthiopien, das einen Krieg vorbereite. Die UN mahnte beide Seiten und verwies ausdrücklich auf die Gefahr weiterer regionaler Destabilisierung. Augenzeugenberichte über Truppenbewegungen und die entsprechenden amtlichen Schreiben liegen vor. Sie ersetzen keine unabhängig rekonstruierte Frontkarte mit zweifelsfrei festgelegten Verantwortlichkeiten für jeden Zwischenfall.

Die Geschichte dieser Beziehung erklärt die Brisanz. Eritreas Streitkräfte kämpften in der vorherigen großen Tigray-Kriegsphase an der Seite der äthiopischen Regierung gegen die damalige Führung der Region. Jetzt werfen sich die früheren Partner gegenseitig Feindseligkeiten vor. Hinzu kommt die ungelöste Frage des äthiopischen Meerzugangs. Seit Eritreas Unabhängigkeit im Jahr 1993 verfügt Äthiopien über keine eigene Küste. Die Regierung in Addis Abeba spricht von einem strategischen Interesse am Zugang zum Roten Meer und erklärt, dieses Ziel friedlich erreichen zu wollen. Eritrea betrachtet Forderungen nach einem souveränen Zugang, insbesondere mit Blick auf Assab, als Gefährdung seiner territorialen Integrität.

Daraus folgt nicht, dass der aktuelle Krieg um einen bestimmten Hafen bereits beschlossen wäre. Belegt ist jedoch, dass dieselben Regierungen, die über Frontbewegungen und Selbstverteidigung streiten, einen seit Jahren bestehenden Konflikt über maritime Rechte und Sicherheitsgarantien austragen. Der genaue Verlauf der Kämpfe, die Zeugenaussagen und die diplomatischen Erklärungen sind im Konflikt-Update Nr. 5 nebeneinandergestellt. Ob daraus eine direkte zwischenstaatliche Front entsteht, lässt sich nur an nachprüfbaren Truppenbewegungen und nicht an der Schärfe der Erklärungen feststellen.

Fragen

Welche Bewegungen eritreischer Einheiten auf äthiopischem Territorium können unabhängig bestätigt werden?

Welche Rolle spielt das Pretoria-Abkommen noch für die bewaffneten und politischen Akteure in Tigray?

Unter welchen rechtlichen und politischen Bedingungen ließe sich Äthiopiens Interesse an einem Meerzugang ohne territoriale Eskalation verhandeln?

5. Griechenland und Türkei: Ein Stromkabel durch umstrittenes Wasser

Eine geplante Leitung auf dem Meeresboden braucht Vermessungen, Genehmigungen, Investoren und schließlich Schutz vor Beschädigung. Im östlichen Mittelmeer kommt eine fünfte Voraussetzung hinzu: Griechenland und die Türkei müssen sich zumindest darüber verständigen, unter welchen Bedingungen die Vorarbeiten in umstrittenen Seegebieten stattfinden können. Das Projekt Great Sea Interconnector soll Griechenland über Zypern später mit Israel verbinden. Sein ausgewiesenes Investitionsvolumen beträgt 1,9 Milliarden Euro. Für Zypern, das bisher keinen Stromverbund mit dem übrigen EU-Markt besitzt, wäre der Anschluss eine strukturelle Veränderung seiner Energieversorgung.

Am 08. Oktober sagte US-Außenminister Marco Rubio, Washington unterstütze das Projekt und wolle Hindernisse auf diplomatischem Weg beseitigen. Die türkische Regierung verlangt eine Abstimmung über Meeresbodenuntersuchungen in einem Gebiet, für das Ankara maritime Ansprüche aus dem türkisch-libyschen Abkommen von 2019 ableitet. Athen erkennt diese Grundlage nicht an. Der Streit betrifft damit zunächst keine fertig verlegte Leitung und auch keinen bestätigten militärischen Angriff, sondern die Zuständigkeit für Vorarbeiten. Gerade weil mehrere Staaten unterschiedliche Rechtspositionen vertreten, kann die Vermessung selbst zum politischen Konflikt werden.

Rubios Unterstützung trifft auf eine zweite Entwicklung: Griechenland vertieft die Zusammenarbeit mit Israel auf dem Gebiet der Luftverteidigung. Die Türkei betrachtet die militärische Ausstattung bestimmter Ägäisinseln anders als Griechenland und beruft sich unter anderem auf Beschränkungen aus Lausanne und den Pariser Friedensverträgen. Athen verweist seinerseits auf bestehende Verteidigungsrechte und bestreitet die türkische Auslegung. Die Vertragstexte, die verschiedenen Inselgruppen und Erdoğans jüngste Stellungnahmen werden in Was Erdoğan wirklich beantwortet hat einzeln auseinandergehalten. Der Zusammenhang zwischen Stromkabel und Luftverteidigungsbeschaffung ist ein strategischer Rahmen, kein Beleg für eine abgestimmte militärische Operation gegen Ankara.

Israel ist beim geplanten Kabel ein künftiger Anschlussstaat; in Syrien verfolgt es zugleich eine eigene Sicherheitspolitik, die mit türkischen Interessen kollidiert. Diese Räume sind verbunden, aber nicht identisch. Ein türkisch-griechischer Streit über Vermessungsrechte, eine israelisch-griechische Beschaffungsentscheidung und ein israelischer Luftangriff in Syrien haben unterschiedliche rechtliche und militärische Voraussetzungen. Sie alle zeigen allerdings, warum Energieprojekte im östlichen Mittelmeer nicht nur an Wirtschaftlichkeit gemessen werden. Die weiterreichende Dimension israelisch-türkischer Gegensätze hat Ein Veto aus der Luft bereits an einem anderen Schauplatz untersucht. Für den Interconnector entscheidet sich zunächst an der nächsten Vermessungsfahrt, ob politische Gegensätze praktisch überwindbar sind.

Fragen

Welche Behörden dürften die Unterwasseruntersuchungen aus griechischer und aus türkischer Sicht jeweils genehmigen?

Welche Zusagen kann Washington den Projektpartnern machen, ohne die umstrittenen maritimen Ansprüche selbst zu entscheiden?

Würde eine Inbetriebnahme des Kabels die Beziehungen im östlichen Mittelmeer stabilisieren oder zusätzliche sicherheitspolitische Abhängigkeiten schaffen?

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Michael Hollister war sechs Jahre Bundeswehrsoldat (SFOR, KFOR) und blickt hinter die Kulissen militärischer Strategien. Nach 14 Jahren im IT-Security-Bereich analysiert er primärquellenbasiert europäische Militarisierung, westliche Interventionspolitik und geopolitische Machtverschiebungen. Ein Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf dem asiatischen Raum, insbesondere Südostasien, wo er strategische Abhängigkeiten, Einflusszonen und Sicherheitsarchitekturen untersucht. Hollister verbindet operative Innensicht mit kompromissloser Systemkritik – jenseits des Meinungsjournalismus. Seine Arbeiten erscheinen zweisprachig auf www.michael-hollister.com sowie in kritischen Medien im deutsch- und englischsprachigen Raum.

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Bildquelle: Michael Hollister

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QUELLENVERZEICHNIS

A) Energie, US-Sanktionen, Russland, Nord Stream und Ukraine

US-Finanzministerium / OFAC, „General License No. 135: Authorizing Transactions Related to the Sale, Delivery, Offloading, and Importation of Diesel Fuel of Russian Federation Origin“, 09. Oktober 2026 - https://ofac.treasury.gov/media/937216/download?inline

US-Finanzministerium / OFAC, „Issuance of Russia-related General License“, 09. Oktober 2026 - https://ofac.treasury.gov/recent-actions/20261009_33

Reuters, „Trump says Russia to immediately supply 300,000 tons of diesel fuel“, 09. Oktober 2026 - https://www.investing.com/news/commodities-news/trump-says-russia-to-immediately-supply-300000-tons-of-diesel-fuel-4941599

Interfax, „Россия частично сняла запрет на экспорт дизтоплива“, 10. Oktober 2026 - https://www.interfax.ru/world/1121623

Internationale Energieagentur, „Statement by IEA Executive Director on meeting of IEA Member governments on 7 October 2026“, 07. Oktober 2026 - https://www.iea.org/news/statement-by-iea-executive-director-on-meeting-of-iea-member-governments-on-7-october-2026

G7 / Rat der EU, „G7 Leaders’ Statement on global energy security and market stability“, 02. Oktober 2026 - https://www.consilium.europa.eu/en/press/press-releases/2026/10/02/g7-leaders-statement-on-global-energy-security-and-market-stability/

dpa / Welt, „Bundesregierung zu Trumps Diesel-Deal: Kein Öl aus Russland“, 10. Oktober 2026 - https://www.welt.de/newsticker/dpa_nt/infoline_nt/wirtschaft_nt/article6aca1756194cb627ee596efd/bundesregierung-zu-trumps-diesel-deal-kein-oel-aus-russland.html

SBS News, „EU Criticizes US Relief on Russian Diesel Sanctions“, 11. Oktober 2026 - https://news.sbs.co.kr/english/article.do?news_id=N1008791392

Reuters, „US, Russia explore gas sale to Europe amid Ukraine war, say sources“, 08. Oktober 2026 - https://www.reuters.com/business/energy/us-russia-explore-gas-sale-europe-amid-ukraine-war-say-sources-2026-10-08/

Financial Times, „US warns Kyiv that strikes on Russia jeopardise intelligence-sharing“, 10. Oktober 2026, Abonnementzugang - https://www.ft.com/content/7fd4dffc-8adf-4ad8-9fba-333e1ced991d

Reuters, „Trump calls for replacing Ukraine’s Zelenskiy in tussle over diesel deal with Russia“, 10. Oktober 2026 - https://www.reuters.com/business/aerospace-defense/russian-attack-ukraines-zaporizhzhia-kills-seven-governor-says-2026-10-10/

Associated Press, „Russian strike on Ukrainian public buses kills 30 people as blackouts worsen in Kyiv“, 09. Oktober 2026 - https://apnews.com/article/7f395d215bb67082da29f9c4467ef776

B) Jemen, Saudi-Arabien, Mekka-Pakt und Iran

Reuters, „Houthi strike on Saudi airport kills 12“, 10. Oktober 2026 - https://www.reuters.com/world/middle-east/loud-blast-heard-riyadh-airport-airlines-cancel-more-flights-2026-10-10/

Saudi Gazette, „Bab Al-Mandab cleared of Houthis as Yemeni forces press offensive“, 09. Oktober 2026 - https://saudigazette.com.sa/article/665255/world/saudi-ambassador-says-bab-al-mandab-cleared-of-houthis-as-yemen-offensive-continues

Reuters / L’Orient Today, „Pakistan, Saudi Arabia, Turkey agree rapid force deployment in Saudi Arabia“, 05. Oktober 2026 - https://today.lorientlejour.com/article/1549804/pakistan-saudi-arabia-turkey-agree-rapid-force-deployment-in-saudi-arabia.html

Reuters / Internazionale, „Turkey sending technical, defensive support to Saudi Arabia“, 07. Oktober 2026 - https://www.internazionale.it/ultime-notizie-reuters/2026/10/07/turkey-sending-technical-defensive-support-to-saudi-arabia-to-help-fight-houthis-officials-say

Associated Press, „Trump says US will not resume military strikes on Iran before the Nov. 3 midterm elections“, 08. Oktober 2026 - https://apnews.com/article/422b1799a1a06466279ac265f560e014

Reuters, „US military says it disabled cargo vessel trying to run Iran blockade“, 10. Oktober 2026 - https://www.investing.com/news/world-news/us-military-says-it-disabled-cargo-vessel-trying-to-run-iran-blockade-4942396

US Central Command, „U.S. Forces Disable Cargo Vessel Attempting to Violate Blockade“, 10. Oktober 2026, veröffentlichte CENTCOM-Erklärung - https://www.forth.news/lists/centcom/CfuUiQPmfHxXfWGGkPzeZ

Reuters, „Oil rises 4% on revived Middle East worries, Hurricane Isaias supply disruption“, 08. Oktober 2026 - https://www.reuters.com/business/energy/oil-rises-middle-east-supply-concerns-persist-amid-shipping-attacks-2026-10-08/

C) Afrika - Äthiopien, Eritrea, Mali, Sudan und Ostkongo

Vereinte Nationen, „UN Secretary-General’s statement on Ethiopia“, 10. Oktober 2026 - https://ethiopia.un.org/en/324191-un-secretary-generals-statement-ethiopia

Associated Press, „Ethiopia tells UN it is acting in self-defense against Eritrea“, 10. Oktober 2026 - https://apnews.com/article/9386a16a06e537a29ffe2de273267c8b

Deutsche Welle, „Eritrea urges UN deterrence measures against Ethiopia“, 10. Oktober 2026 - https://amp.dw.com/en/eritrea-urges-un-deterrence-measures-against-ethiopia/a-79629670

Associated Press, „Mali says its forces have retaken a Tuareg rebel stronghold“, 06. Oktober 2026 - https://apnews.com/article/c0c97ba748855f7d9746357ceb08685f

Regierung Malis, „Kidal : Les FAMa consolident leur dispositif opérationnel dans la ville“, 09. Oktober 2026 - https://gouvernement.ml/kidal-les-fama-consolident-leur-dispositif-operationnel-dans-la-ville/

Associated Press, „Rights group says paramilitary drone strike in Sudan killed 41 near Ethiopian border“, 10. Oktober 2026 - https://apnews.com/article/6cb2c34499234e9bcd33c3c9b49521da

Reuters, „Erik Prince’s forces suffer battlefield loss in Congo“, 09. Oktober 2026 - https://www.reuters.com/world/africa/erik-princes-forces-suffer-battlefield-loss-congo-former-ufc-fighter-among-2026-10-09/

D) Schwarzes Meer, Asien und östliches Mittelmeer

Euronews, „Turkish grain ship sinks in Black Sea after deadly drone attack“, 05. Oktober 2026 - https://www.euronews.com/2026/10/05/drone-reportedly-hits-ship-in-black-sea-killing-two-and-injuring-11

USNI News, „Philippine and Chinese Incidents Spike in South China Sea, Luzon Strait“, 09. Oktober 2026 - https://news.usni.org/2026/10/09/philippine-and-chinese-incidents-spike-in-south-china-sea-luzon-strait

Präsidialamt Südkoreas / Korea Policy Briefing, „이재명 대통령 극초음속 활공비행체 최초 시험발사 참석 관련“, 08. Oktober 2026 - https://www.korea.kr/briefing/presidentView.do?newsId=148973244

Yonhap, „S. Korea conducts 1st test launch of hypersonic glide vehicle amid N.K. tensions“, 08. Oktober 2026 - https://en.yna.co.kr/view/AEN20261008008652315

Reuters, „Rubio says US committed to Mediterranean undersea power cable“, 08. Oktober 2026 - https://www.reuters.com/business/energy/rubio-says-us-committed-mediterranean-undersea-power-cable-2026-10-08/

UNIFIL, „UNIFIL statement“, 07. Oktober 2026 - https://unifil.unmissions.org/en/node/136949

E) Eigene Recherchen und Lageberichte

Michael Hollister, „Wöchentliches Konflikt-Update Nr. 5 - 11. Oktober 2026“ - https://www.michael-hollister.com/de/2026/10/11/woechentliches-konflikt-update-nr-5-11-oktober-2026/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Die Waffe nach außen - Teil 7“, 07. Oktober 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/10/07/die-waffe-nach-aussen-wie-dieselbe-architektur-die-den-buerger-erfasst-sich-jetzt-gegen-staaten-richtet-teil-7/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Was Erdoğan wirklich beantwortet hat“, 09. September 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/09/09/flitzer-was-erdogan-wirklich-beantwortet-hat/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Mit Russland gebrochen, von Amerika abhängig“, 19. Juli 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/07/19/mit-russland-gebrochen-von-amerika-abhaengig-mit-china-im-streit/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Das Ventil - Teil 1“, 20. September 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/09/20/das-ventil-teil-1/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Die Huthis“, 03. Juli 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/07/03/die-huthis/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Die Zange schließt sich“, 20. September 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/09/20/die-zange-schliesst-sich-warum-saudi-arabiens-oelexport-jetzt-an-drei-fronten-erstickt/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Der Mekka-Pakt - Teil 1“, 23. August 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/08/23/der-mekka-pakt-was-drei-staaten-wirklich-unterschrieben-haben-teil-1/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Der Mekka-Pakt - Teil 2“, 30. August 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/08/30/der-mekka-pakt-wer-sich-um-ihn-herum-bewegt-teil-2/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Iran-Spezial“, 02. September 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/09/02/iran-spezial-die-frage-die-in-der-iran-debatte-niemand-stellt/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Der südliche Fahrweg“, 21. August 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/08/21/flitzer-der-suedliche-fahrweg-oder-was-trumps-drohung-gegen-oman-ueber-die-eigentliche-us-strategie-in-der-strasse-von-hormus-verraet/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Chinas leise Antwort“, 21. August 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/08/21/der-gegenzug-chinas-leise-antwort-ohne-einen-schuss/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Die Hisbollah“, 01. Juli 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/07/01/die-hisbollah/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

Michael Hollister, „Ein Veto aus der Luft“, 21. August 2026 - https://www.michael-hollister.com/de/2026/08/21/ein-veto-aus-der-luft-warum-israel-in-syrien-einen-leeren-flugplatz-bombardierte/?utm_source=apolut&utm_medium=geopolitik-radar&utm_campaign=HGR-kw41

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