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Tankerangriffe: Zufall oder politische Botschaft? | Von Claudia Töpper

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Ein Kommentar von Claudia Töpper.

Am vergangenen Donnerstag, den 30. Juli 2026, veröffentlichte die russische Botschaft eine Pressemitteilung. Darin erklärt die Pressesprecherin des russischen Außenministeriums, Maria Sacharowa, zu den erneuten Drohnenangriffen auf Schiffe im Schwarzen Meer:

„In der Nacht zum 30. Juli verübte das Kiewer Regime erneut Terroranschläge auf Öltanker nahe dem Seeterminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums (CPC) in Noworossijsk.

Nach Angaben des Pressedienstes der CPC wurden gezielte Angriffe auf Schiffe unter ausländischer Flagge verübt, die mit internationaler Besatzung bemannt und von ausländischen Unternehmen gechartert waren. Zu den Verladern gehört Tengizchevroil, ein Unternehmen im Besitz des amerikanischen Konzerns Chevron, das sich mit dem Export von Energieressourcen aus der Republik Kasachstan befasst
[…].“

Weiter heißt es in der Pressemitteilung:

„Besonders besorgniserregend ist die anhaltende Serie von Angriffen ukrainischer Neonazis auf zivile Energieinfrastruktur im Schwarzen Meer – und dies trotz der entschiedenen Stellungnahmen eben jener Länder, die Kiew als seine Partner bezeichnet und deren wirtschaftliche Interessen – in diesem Fall die von Kasachstan und den Vereinigten Staaten – durch die Politik des unverhohlen arroganten und zunehmend realitätsfernen Wolodymyr Selenskyj immer größeren Schaden erleiden. Außenminister Sergej Lawrow betont sowohl in seinen öffentlichen Erklärungen als auch in Gesprächen mit seinen Amtskollegen aus dem Ausland immer wieder den terroristischen Charakter des Kiewer Regimes und weist auf die Bedrohungen hin, die dieses absichtlich für die internationale Energieinfrastruktur darstellt.

Der Anführer des zusammenbrechenden Kiewer Regimes hat nicht nur längst seine Legitimität verwirkt, sondern ist auch offensichtlich verhandlungsunfähig. Er versucht, so viele Staaten wie möglich in seine terroristischen Eskapaden hineinzuziehen und den Konflikt zu eskalieren. Es ist bezeichnend, dass einige ausländische Persönlichkeiten,
[…] bereits Bedenken hinsichtlich der Risiken einer unkontrollierten Eskalation äußern.

Wie sonst soll man die Situation interpretieren, in der der Anführer der kriminellen Kiewer Clique bei einem kürzlichen Besuch in Washington einen angeblichen Wunsch nach einem Waffenstillstand verkündet, sich in Demagogie über bestimmte Parameter zur Lösung des Konflikts ergeht und genau in diesem Moment weiterhin Angriffe auf internationale Kraftstoff- und Energieversorgungsketten genehmigt und
[…] die Vermögenswerte genau jenes Landes angreift, von dem er unablässig politische, militärische und finanzielle Unterstützung einfordert?

Es ist kaum vorstellbar, dass das Weiße Haus diese Entwicklungen nicht zur Kenntnis nimmt. Wir erwarten, dass die amerikanischen Behörden, die Einfluss auf Kiew haben, endlich eine angemessene Einschätzung des doppelzüngigen Verhaltens von Wolodymyr Selenskyj vornehmen und ihn in Schach halten. Dasselbe erwarten wir von den Vereinten Nationen und anderen internationalen Gremien. Geschieht dies nicht, kommt dies einer Anstiftung des Kiewer Regimes zu weiteren Gräueltaten gleich und bedeutet faktisch eine Mitschuld an dessen Handlungen.“
(1)

Hintergrund

Laut der Pressemeldung des Caspian Pipeline Consortium (CPC) vom 20. Juli 2026 wurden bereits am 19. Juli 2026 zwei zivile Seetanker am Hafen des russischen CPC Marine Terminal bei Noworossijsk am Schwarzen Meer „von einem gezielten Terroranschlag mit unbemannten Luftfahrzeugen (UAVS)“ getroffen. Beide Tanker fuhren unter ausländischer Flagge. „Die unter der Flagge Liberias (ASIA) und der Marshallinseln (NISSOS IOS) fahrenden Tanker [hatten] internationale Besatzungen an Bord.“ (2) Der getroffene Tanker ASIA enthielt die Ladung von Tengizchevroil. Dies ist ein kasachisch-amerikanisches Energieunternehmen, das mehrheitlich in amerikanischer Hand ist, da die amerikanischen Firmen Chevron Corporation mit 50 % und ExxonMobil mit 25 % gemeinsam 75 % der Firmenanteile ausmachen. Die kasachischen Unternehmen KazMunayGas mit 20 % und Lukoil mit 5 % halten lediglich einen Firmenanteil von 25 %. (3)

Neun Tage später reist der ukrainische Präsident, Wolodymyr Selenskyj am 28. Juli 2026 zum US-Präsidenten, Donald J. Donald nach Washington. (4) Er nimmt an der Beerdigung des Senators Lindsey Graham teil, der laut CBS News ein überzeugter Unterstützer der Ukraine war. (5) Am Rande dieser Beerdigung kam es auch zu einem Gespräch, welches ohne die Öffentlichkeit verlief. Anschließend veröffentlichte Selenskyj auf der Social Media Plattform X folgende Details:

„[…] Vielen Dank für alles, was wir gemeinsam tun, um das Leben der Ukrainer zu schützen und den Frieden voranzubringen. […] Der Präsident und ich haben über Lizenzen für die Produktion von Patriot-Abfangraketen sowie über verschiedene andere Ideen gesprochen, die hilfreich sein könnten. […] Unsere Teams werden die Einzelheiten der weiteren Kommunikation klären. Ich bin den Vereinigten Staaten für ihre entschiedene Unterstützung dankbar.“ (6)

Im Interview mit Fox News erklärte Selenskyj einen Tag später, dass der US-amerikanische Präsident ihm zugesagt [habe], der Ukraine Zugriff auf die Lizenzen zu gewähren, damit sie die so dringend benötigten Patriot-Flugabwehrraketen selbst herstellen könne. (7)

Knapp zwei Tage später kommt es erneut zu einem Angriff auf einen Öltanker von Tengizchevroil nahe dem Seeterminal des Kaspischen Pipeline-Konsortiums (CPC).

Stellungnahmen

Während es zu den Angriffen vom 19. und 30. Juli 2026 Stellungnahmen von Kasachstan, Russland und dem CPC gibt, haben sich weder die Ukraine noch die USA bis heute öffentlich zu den Angriffen geäußert. (8) Zudem hat sich die Ukraine weder zu den Angriffen vom 19. Juli noch zum 30. Juli bekannt.

Patriot-Flugabwehrraketen

Am Samstag, den 01. August 2026 erklärte CNN auf seiner Nachrichtenplattform, dass Donald Trump „von [seinem] öffentlichen Versprechen zurückgetreten war, der Ukraine die Herstellung von Patriot-Abfangjägern zu ermöglichen.“ (9) Diese wird jedoch von der Ukraine benötigt, da dies das einzige Raketenabwehrsystem sei, das bestimmte fortgeschrittene ballistische Raketen abwehren könne.

Laut einer vertrauten Quelle, die sich gegenüber RIA Nowosti am 29. Juli 2026 geäußert hatte, soll Trump entschieden haben, dass er die Produktion von Patriot-Raketen in Polen für sicherer erachte. (10)

Einen Tag später, am 30. Juli 2026 schlug bei einem Angriff eine Rakete in Polen auf einem Feld ein. Laut den Medien, soll es sich hier um eine russische Rakete gehandelt haben. Russland wies diese Darstellung bis heute nicht ausdrücklich zurück. (11)

Kommentar

Dass die USA auf beide Vorfälle überhaupt nicht reagiert, ist interessant und merkwürdig. Es lässt durchaus die Vermutung zu, dass die Angriffe von der Ukraine erfolgt sind. Ob absichtlich oder nicht spielt dabei erstmal keine Rolle. Natürlich könnte man argumentieren, dass es möglich ist, dass die Angriffe für die USA einfach zu uninteressant oder zu klein sind, um sich damit jetzt zu befassen. Schließlich beschäftigen sich die USA zur Zeit mit wichtigeren Dingen, wie z. B. dem Irankrieg und der angespannten Beziehung zu Israel. Dennoch handelt es sich hier um einen Angriff auf Unbeteiligte, die nichts mit dem Ukrainekrieg zu tun haben, und wie hoch ist die Wahrscheinlichkeit, dass zweimal aus Versehen ausgerechnet ein Tanker von den USA getroffen wird.

Sollte die Ukraine tatsächlich für die Angriffe auf die Seetanker verantwortlich sein, mutet der erste Angriff, wie eine Drohgebärde an und der zweite, wie eine Trotzreaktion, weil man nicht das bekommen hat, was einem doch zuerst zugesagt wurde.

Falls der zweite Angriff tatsächlich mit Absicht von der Ukraine auf den Seetanker von den USA erfolgte, könnte dies jedoch mehr bedeuten, als eine Rache für die Lizenzverweigerung. Dass die USA die für die Ukraine so enorm wichtige Produktion der Flugabwehrraketen nach Polen verlegen wollen, könnte ein weiterer Grund sein, für den Unmut der Ukraine gegenüber der USA.

Laut des russischen Nachrichtenblogs anti-spiegel.ru kriselt es seit circa einem Monat gewaltig in den diplomatischen Beziehungen zwischen Polen und der Ukraine, denn die jüngste Ehrung hat die Toleranzschwelle von Polen deutlich überschritten. Selenskyj hat kürzlich eine Elite-Kommandotruppe der Ukraine nach den Helden der UPA, der Ukrainischen aufständischen Armee, benannt „die während des Zweiten Weltkriegs mit dem nationalsozialistischen Deutschland“ zusammenarbeitete.

„Die UPA verübte gemeinsam mit der Wehrmacht und Waffen-SS-Divisionen Massaker an Polen, Juden, anderen Ukrainern und Russen. […] Polen hat diese Massenmorde offiziell als Völkermord anerkannt und die UPA verurteilt. Die Ukraine hingegen weist weiterhin jede Verantwortung zurück und betrachtet die Führer der UPA als Helden des Unabhängigkeitskampfes der Ukraine.“

Obwohl Selenskyj nominell selbst Jude ist, verantwortet er „die Ehrung historischer Persönlichkeiten wie Stepan Bandera, Andrej Melnyk und Roman Schuchewitsch, die die Zusammenarbeit mit dem nationalsozialistischen Deutschland anführten.“ (12)

Zwar scheinen sich die Europäischen Abgeordneten in dieser Auseinandersetzung auf die Seite Polens zu stellen. Jedoch ist dies nur ein Feigenblatt, welches Polen offensichtlich durchschaut, denn anstatt die Ehrung von Nazis aus der Zeit des Zweiten Weltkriegs durch die Ukraine zu verurteilen, erklären die Abgeordneten lediglich, dass sie es bedauern. Die Konsequenz daraus ist, dass die Mehrheit der polnischen Bevölkerung den Beitritt der Ukraine zur EU ablehnen. (13) Die Auseinandersetzung scheint aber nicht nur für die EU problematisch zu sein, sondern auch für die NATO. Denn Polen war einer der wichtigsten Pfeiler für die Ukraine im Krieg gegen Russland, denn über sie wurden Waffen an die Ukraine geliefert. Diese Auseinandersetzung mit Polen, welche die Ukraine selbst zu verschulden hat, könnte sie den Beitritt zur EU kosten und gleichzeitig, durch die Entscheidung Trumps, wichtige Waffen verwehren.

Für diejenigen, die sich Frieden wünschen, könnte diese Situation tatsächlich ein Segen sein. Jedoch scheint sich bei all dem, was vor sich geht, auf der politischen Machtbühne ein Gefühl nicht mehr verdrängen zu lassen. Je mehr man liest, je mehr man forscht, desto mehr wird einem bewusst, dass man überall Propaganda ausgesetzt ist. Keines der Ereignisse, die wir zu lesen und hören bekommen, muss der Wahrheit entsprechen. Theoretisch könnte alles gefälscht sein, selbst die Bilder und Videos, die uns zeigen, dass überall in der Welt Krieg herrscht. Sie könnten alle von einer KI stammen. All dies könnte eine riesige Psy-op sein, die uns Menschen in Angst halten soll, damit wir nicht die Schönheit und Grenzenlosigkeit der Erde, Natur und menschlichen Beziehungen erkennen.

Je mehr man von beiden Seiten einer Krisensituation liest, desto mehr wird einem bewusst, dass man ausschließlich von Propaganda umgeben ist und die Wurzel der Wahrheit kaum fassbar ist. Und es darf absolut daran gezweifelt werden, dass es immer nur zwei Seiten und zwei Blickwinkel gibt, in Wahrheit gibt es so viele Blickwinkel wie die Anzahl an Menschen, die bei einer Situation anwesend sind. Die Wahrheit ergibt sich erst durch die Summe der Erfahrungen, Sehnsüchte, Verletzungen, Hoffnungen und Wünsche aller Menschen, denn durch diese sehen, hören und interpretieren wir. Deshalb ist es so wichtig, dem anderen zuzuhören, denn nur dann kann man wirklich die Entstehung, Entwicklung und die Auflösung einer Situation verstehen.

Anmerkungen und Quellen

(1) https://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/2130013/?lang=en

(2) https://www.cpc.ru/EN/press/releases/2026/Pages/20260719.aspx

(3) https://tengizchevroil.com/docs/default-source/default-document-library/facts-and-figures/2024/tco-fact-sheet-1q-2024_e_finald340aa52577266428434ff0000af314c.pdf

(4) https://anti-spiegel.ru/2026/das-wichtigste-ueber-trumps-treffen-mit-selensky-und-netanjahu/ ; https://www.cbsnews.com/news/trump-zelenskyy-netanyahu-meeting-iran-ukraine-war/

(5) https://www.cbsnews.com/news/trump-zelenskyy-netanyahu-meeting-iran-ukraine-war/

(6) https://x.com/ZelenskyyUa/status/2082125765634822619

(7) https://de-rtnews.com/international/287256-trumps-angebliche-patriot-zusage-an-hat-mehrere-haken/

(8) https://www.gov.kz/memleket/entities/mfa/press/news/details/1260128 ; https://www.cpc.ru/EN/press/releases/2026/Pages/20260719.aspx ; https://www.mid.ru/ru/foreign_policy/news/2130013/?lang=en

(9) https://edition.cnn.com/2026/08/01/europe/zelensky-air-defenses-russia-attack

(10) https://rtde.org/international/131481-liveticker-ukraine-krieg/

(11) https://www.reuters.com/world/poland-summons-russian-ambassador-after-missile-incident-2026-07-31/ ; https://www.reuters.com/world/europe/polish-police-find-crater-debris-unidentified-object-russia-strikes-ukraine-2026-07-30/

(12) https://anti-spiegel.ru/2026/eu-parlament-bedauert-nazi-verehrung-in-der-ukraine-aber-verurteilt-sie-nicht/

(13) https://anti-spiegel.ru/2026/eu-parlament-bedauert-nazi-verehrung-in-der-ukraine-aber-verurteilt-sie-nicht/

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Dank an den Autor für das Recht zur Veröffentlichung dieses Beitrags.

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Bild: ukrainischer Präsident Wolodymyr Selenskyj
Bildquelle: Review News / shutterstock


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