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Massenverdummung: Zur Organisation des Nicht-Verstehens | Von Dirk Ellerbrock

Massenverdummung: Zur Organisation des Nicht-Verstehens | Von Dirk Ellerbrock

Ein Meinungsbeitrag von Dirk Ellerbrock.

1. Zwei Meldungen, eine Bauweise

Man nehme einen beliebigen Nachrichtentag. Am Morgen berichtet ein Sender über eine militärische Eskalation in einer fernen Weltgegend. Die Erklärung steht schon im Vorspann: Ein Staatsmann habe den Bezug zur Realität verloren, er handle irrational, getrieben von Kränkung oder Größenwahn. Am Abend bringt dasselbe Haus eine Reportage über eine Frau, die seit Jahren von Transferleistungen lebt. Sie wird gezeigt, wie sie trotz allem lächelt und jeden Morgen aufsteht. Die Botschaft des Beitrags lautet, dass ihre Haltung, ihre Stärke und ihr Wille sie durchbringen oder eben nicht.

Beide Beiträge sind handwerklich sauber, und keiner muss eine falsche Tatsache enthalten. Dennoch haben sie dieselbe Bauweise. In beiden wird ein Mensch erklärt und ein Gefüge verschwiegen. Im ersten Fall steht ein Charakter anstelle der Interessen, Bündnisse, Abhängigkeiten und Zwänge, in denen Staaten handeln. Im zweiten steht eine Seele anstelle der Frage, wie ein Arbeitsmarkt eigentlich beschaffen ist, der Menschen in dauerhafte Unsicherheit versetzt, und wem das nützt.

Man kann an dieser Stelle auf die übliche Weise fragen: Stimmt das, was berichtet wird? Ich halte diese Frage hier für unergiebig. Sie behandelt jede Aussage als isolierten Baustein, der wahr oder falsch ist, und übersieht, dass die entscheidende Wirkung in der Anordnung liegt. Eine Erklärung kann in jedem Einzelsatz korrekt sein und in ihrer Gesamtform doch so wirken, dass ein bestimmter Teil der Wirklichkeit unsichtbar bleibt. Die Frage dieses Textes lautet deshalb anders: Welche Funktion hat die Form der Erklärung, und was muss verschwinden, damit sie überzeugt?

2. Die These und ihre Begriffe

Ich fokussiere mich auf drei Verfahren, die in der medialen Verarbeitung politischer und ökonomischer Themen zusammenwirken und beschreibe, dass deren Zusammenwirken mehr ist als die Summe der Teile.

Das erste Verfahren ist die Personalisierung. Ein gesellschaftlicher Vorgang wird an Personen festgemacht, als hätten sie ihn verursacht. Die Bank scheitert am „gierigen Banker”, die Regierungskrise am „unfähigen Minister”, der Krieg an dem „einen aggressiven Mann”, der ihn wollte.

Das zweite Verfahren ist die Psychologisierung. Interessengegensätze und soziale Lagen werden in seelische Zustände übersetzt. Sie erscheinen dann als Ängste, Kränkungen, Störungen, Mängel an Motivation oder Widerstandskraft und nicht mehr als Konflikte zwischen Gruppen mit unterschiedlichen Interessen.

Das dritte Verfahren ist die Naturalisierung. Von Menschen gemachte und historisch entstandene Regeln, etwa die Eigentumsordnung, die Lohnarbeit oder die Geldverfassung, werden so beschrieben, als seien sie Gegebenheiten wie das Wetter. „Die Märkte verlangen”, „die Wirtschaft muss wettbewerbsfähig bleiben”, „es gibt keine Alternative”.

Diese drei Verfahren sind mehr als nebeneinanderstehende Stilmängel. Sie bilden eine Kette: Ein Ereignis wird an einer Person festgemacht, die Person wird psychologisch gedeutet, und der Rahmen, in dem alles geschieht, gilt als unabänderlich. Man kann das als Zange beschreiben. Von unten her sagt sie dem Einzelnen: Du bist verantwortlich, für dein Scheitern, deine Stimmung, deine Haltung. Von oben her sagt sie ihm: Die Verhältnisse sind notwendig, wie die Schwerkraft. Beide Aussagen ergänzen sich, und keine kann ohne die andere auskommen. Wären die Verhältnisse nicht naturnotwendig, müsste man das individuelle Scheitern auch als Folge der Verhältnisse deuten. Und wäre das Scheitern nicht individuell, ließe sich die Verantwortung nicht so bequem nach unten abgeben.

Dazu zwei Klarstellungen, die der Text durchgehend beachtet. Erstens ist es nicht meine These, Personen und Psychologie spielten keine Rolle. Natürlich handeln Menschen, natürlich gibt es Charaktere, natürlich leiden Menschen seelisch. Die Kritik richtet sich gegen den Erklärungsrang, den diese Faktoren erhalten, nämlich den ersten und letzten, an dem die Erklärung endet. Zweitens meint der Begriff der Massenverdummung nicht, die Menschen seien dumm. Das wäre selbst eine Individualisierung. Gemeint ist die organisierte Verengung dessen, was erklärbar und fragbar erscheint, und in diesem Sinn ist der Untertitel dieses Textes zu verstehen: Verstehen wird nicht verhindert, indem man Wissen unterdrückt, sondern indem man es so anordnet, dass es nicht zum Verstehen führt. Die Menschen sind dabei nicht Täter, sondern Adressaten.

3. Personalisierung: Die Struktur bekommt ein Gesicht

Warum fällt die Personalisierung so leicht? Weil Personen anschaulich sind und Strukturen nicht. Ein Gesicht lässt sich filmen, ein Eigentumsverhältnis nicht. Ein Rücktritt ist ein Ereignis, die Verschiebung einer Verteilungsrelation ist es nicht. Daraus ergibt sich bereits ein erster Hinweis, auf den ich später zurückkomme: Die Personalisierung ist nicht deshalb mächtig, weil jemand sie anordnet, sondern weil sie in den Bedingungen medialer Produktion die billigste Erzählform ist.

Die Wirkung beruht auf einer stillschweigenden Annahme. Sie lautet: Wenn die Person ausgetauscht wird, ist das Problem gelöst. Der gierige Banker wird entlassen, ein neuer, anständigerer rückt nach. Der Minister tritt zurück, eine Nachfolgerin übernimmt. Die Illusion lebt davon, dass der Austausch tatsächlich stattfindet. Er wird gefeiert, und alle haben den Eindruck, es sei etwas geschehen. Doch die Position, die diese Person innehatte, und der Auftrag, den sie erfüllen musste, bleiben unverändert.

Marx hat dafür einen Begriff geprägt, der in der heutigen Debatte kaum vorkommt, obwohl er das Problem genau trifft: die Charaktermaske. Im „Kapital” beschreibt er, dass die handelnden Personen der Wirtschaft, Kapitalisten wie Arbeiter, als Träger bestimmter ökonomischer Verhältnisse auftreten. Sie erscheinen dem anderen als Personifikation einer Funktion. Der Unternehmer, der Kosten senken muss, handelt nicht deshalb so, weil er ein hartherziger Mensch wäre. Er handelt so, weil seine Stellung im Konkurrenzgefüge es von ihm verlangt, und wer es nicht tut, verschwindet vom Markt. Ob er ein guter oder ein schlechter Mensch ist, ändert am Ergebnis wenig. Der Begriff erklärt, warum die moralische Beurteilung von Personen in der Politischen Ökonomie so schnell ins Leere läuft: Man schimpft auf die Maske, während die Rolle, die sie trägt, unbehelligt bleibt.

Die Personalisierung hat aber noch eine zweite Funktion, die über die bloße Ablenkung hinausgeht. Sie erzeugt Ersatzkonflikte. Es gibt in jedem Skandal eine klar benennbare Schuld und eine eindeutige Adresse für den Zorn. Die Empörung hat dann einen Ort, und weil sie ihn hat, muss sie nicht weiterwandern. Ein Gefühl der Ohnmacht wird in ein Gefühl der Entrüstung verwandelt, und wer entrüstet ist, hat das Gefühl, etwas zu tun. Man könnte sagen, die Personalisierung wirkt wie ein Überdruckventil: Sie lässt Spannung entweichen, ohne dass sich am Kessel etwas ändert.

Ein Beispiel aus der Außenpolitik macht das deutlich. Wenn ein Krieg als Ergebnis der Persönlichkeit eines einzelnen Herrschers dargestellt wird, ist die Frage nach den Interessenlagen erledigt, nach der geografischen Lage, den Sicherheitsarchitekturen, den Rohstoff- und Absatzinteressen, den Bündnissen und den Vorgeschichten. Das gilt unabhängig davon, wer gemeint ist und auf welcher Seite man steht. Die Darstellung kann gegen den einen Staatsmann gerichtet sein oder gegen einen anderen, die Funktion bleibt dieselbe. Wer sich mit der Persönlichkeit beschäftigt, beschäftigt sich nicht mit dem Apparat, der diese Persönlichkeit trägt, ermächtigt und begrenzt.

4. Psychologisierung: Vom Konflikt zur Störung

Die Psychologisierung wirkt in zwei Richtungen, und erst beide zusammen ergeben das vollständige Bild.

Nach innen richtet sie sich an die eigene Bevölkerung. Wer in prekärer Beschäftigung lebt, dem wird erklärt, er brauche mehr Resilienz, also die Fähigkeit, Belastungen auszuhalten, ohne zu zerbrechen. Wer ausgebrannt ist, dem rät man zu Achtsamkeit und Pausen. Wer lange sucht und nichts findet, dem wird ein anderes „Mindset” empfohlen. Der Ulmer Soziologe Ulrich Bröckling hat für diese Anforderung den Begriff des unternehmerischen Selbst geprägt. Das ist ein gesellschaftliches Leitbild, nach dem jeder sich als kleines Unternehmen begreifen soll, das sein Humankapital pflegt, seine Marktchancen optimiert und für den eigenen Erfolg einsteht. Der französische Soziologe Alain Ehrenberg hat gezeigt, wie die Depression zur Leitkrankheit einer Gesellschaft wurde, die vom Einzelnen verlangt, sich selbst zu bestimmen. Wer das nicht schafft, empfindet das nicht als Folge der Anforderung, sondern als eigene Unzulänglichkeit. Eva Illouz hat die Verbreitung therapeutischer Deutungsmuster in Betrieb, Familie und Öffentlichkeit untersucht, und der britische Kulturtheoretiker Mark Fisher hat dafür die Formel von der Privatisierung des Stresses gefunden: Was gesellschaftlich erzeugt wird, erscheint als private Störung, die man mit privaten Mitteln beheben soll.

Der Kern dieser Tradition lässt sich in einem Satz zusammenfassen: Aus dem Leiden an den Verhältnissen wird ein Leiden an sich selbst. Das hat eine unmittelbare politische Konsequenz. Ein Leiden, das an den Verhältnissen entsteht, kann gemeinsam bekämpft werden, ein Leiden an sich selbst nur allein. Wer seine Krise als persönliche Aufgabe versteht, sieht in den anderen Betroffenen Konkurrenten oder Leidensgenossen, aber keine Verbündeten.

Nach außen richtet sich die Psychologisierung gegen Gegner. Hier erscheinen Staaten und Staatsführungen, mit denen man im Konflikt steht, als gestört: irrational, wahnhaft, paranoid, narzisstisch. Die Zuschreibung von Krankheit hat eine ganz bestimmte Funktion. Wer krank ist, hat keine Interessen mehr, sondern Symptome. Mit Symptomen verhandelt man nicht, man behandelt sie, oder man schützt sich vor ihnen. Ein Interessengegner kann berechtigte Forderungen haben, ein Kranker hat nur Zwänge. Die Psychologisierung des Gegners macht darum jede Verständigung als Schwäche erscheinen und jede Eskalation als Fürsorge für die eigene Sicherheit. Zugleich schützt sie vor einer unbequemen Frage, nämlich ob das Handeln des Gegners aus seiner Sicht und seiner Lage nicht eine nachvollziehbare Logik hat. Nachvollziehen ist nicht gleichbedeutend mit Billigen, aber wer es unterlässt, verzichtet auf Erkenntnis.

Man muss hier fair bleiben. Psychologische Erklärungen sind an sich nicht ideologisch. Menschen haben eine Psyche, Entscheidungen werden auch von Gefühlen beeinflusst, und es gibt reale seelische Erkrankungen, die ernst zu nehmen sind. Problematisch wird die Psychologisierung dort, wo sie soziale Ursachen ersetzt statt ergänzt, und das lässt sich konkret prüfen: Bleibt neben der seelischen Erklärung Raum für die Frage nach Eigentum, Macht und Interessen, oder verdrängt sie diese Frage? Im zweiten Fall ist sie ein Herrschaftsinstrument, auch wenn niemand das so beabsichtigt.

5. Naturalisierung: Sachzwang, Markt und Wetter

Die dritte Operation ist die subtilste, weil sie am wenigsten auffällt. Sie arbeitet nicht mit Behauptungen, sondern mit Wörtern.

Man achte einmal auf die Sprache der Wirtschaftsberichterstattung. Märkte sind „nervös” oder „verunsichert”, sie „reagieren” und „strafen ab”. Die Konjunktur „kühlt ab”, die Wirtschaft „überhitzt”, ein „Finanzsturm” zieht auf, eine „Flaute” setzt ein. Inflation „frisst” Ersparnisse, Schulden „lasten”. Das alles sind Bilder aus der Natur und der Körperlichkeit. Sie haben eine gemeinsame Wirkung: Sie machen Entscheidungen unsichtbar. Hinter jedem dieser Vorgänge stehen Beschlüsse von Zentralbanken, Konzernen, Regierungen und Investoren, doch in der Sprache erscheinen sie als Wetterlage, auf die man sich einstellen, die man aber nicht beeinflussen kann.

Diese Verschleierung hat eine theoretische Tradition. Marx beschrieb im Kapitel über den Fetischcharakter der Ware, wie gesellschaftliche Verhältnisse zwischen Menschen als Eigenschaften von Dingen erscheinen. Der Preis scheint dann den Dingen selbst anzuhaften, wie ein Gewicht, während er in Wahrheit Ausdruck eines gesellschaftlichen Beziehungsgeflechts ist. Die Verhältnisse treten den Menschen als fremde Macht gegenüber, obwohl sie ihr eigenes Werk sind. Der italienische Marxist Antonio Gramsci fragte, wie Herrschaft sich stabilisiert, ohne ständig Zwang anzuwenden, und fand die Antwort in der Hegemonie: Eine Gruppe herrscht dauerhaft, wenn ihre Sicht der Dinge als vernünftig, normal und selbstverständlich gilt, als Alltagsverstand. Der britische Kulturtheoretiker Stuart Hall hat diesen Gedanken auf die Medien angewandt und gezeigt, wie in der Repräsentation von Ereignissen historisch entstandene Deutungen als schlichte Wirklichkeit auftreten. Roland Barthes schließlich beschrieb in seinen „Mythen des Alltags” ein Verfahren, das den Kern der Naturalisierung auf den Punkt bringt: Der Mythos verwandelt Geschichte in Natur. Er nimmt etwas Gewordenes und stellt es als etwas Gegebenes dar, und diese Rede ist nach Barthes ihrem Wesen nach entpolitisiert, weil sie Dinge, die man verändern könnte, als bloße Tatsachen ausgibt.

Daran lässt sich sehen, dass die Naturalisierung die Grundlage der beiden anderen Verfahren ist. Eine Person kann nur dann so bequem für ein Problem verantwortlich gemacht werden, wenn der Rahmen, in dem sie handelt, selbstverständlich erscheint. Und eine Psychologisierung des Scheiterns funktioniert nur, wenn die Bedingungen, an denen man scheitert, als unveränderlich gelten. Die berühmte Formel „There is no alternative”, die man mit Margaret Thatcher verbindet, ist die verdichtete Fassung dieses Gedankens. Mark Fisher hat daraus den Begriff des kapitalistischen Realismus gemacht, eines Zustands, in dem es leichter fällt, sich das Ende der Welt vorzustellen als das Ende des Kapitalismus. Das ist keine Aussage über den Inhalt politischer Überzeugungen, sondern über den Raum des Vorstellbaren.

Ein Beispiel aus der Haushaltspolitik zeigt, wie das im Alltag aussieht. Wenn von der „Schuldenbremse” die Rede ist, klingt es wie ein Naturgesetz, das den Spielraum der Politik begrenzt. Dabei ist sie eine von Menschen beschlossene Regel, die jederzeit geändert werden könnte und die ihrerseits eine politische Entscheidung über Prioritäten darstellt. Wer das benennt, verlässt die Sprache der Sachzwänge und betritt die der Interessen. Genau dieser Übergang wird durch die Wortwahl verhindert.

6. Warum sich diese Form durchsetzt: Produktionsbedingungen

An dieser Stelle drängt sich ein Verdacht auf, den man ernst nehmen und abwehren muss. Wenn die Form so einheitlich ist und so nützlich, steht dann nicht eine Absicht dahinter, eine Steuerung, eine Verschwörung? Ich halte diese Lesart für unnötig und für schwach. Unnötig, weil sich das Muster aus den Bedingungen medialer Produktion erklären lässt. Schwach, weil sie den Kritiker angreifbar macht und die eigentliche Einsicht verdeckt, dass eine Ordnung sich auch ohne Absicht reproduziert.

Man betrachte die Lage einer Redaktion. Sie steht unter Zeitdruck und Kostendruck. Sie ist auf Reichweite angewiesen, weil Reichweite Werbeeinnahmen oder Abonnements bedeutet. Sie bezieht ihre Informationen zu einem großen Teil von Institutionen, die selbst Interessen haben, von Ministerien, Behörden, Verbänden, Konzernen und Presseagenturen, weil diese Quellen verlässlich, schnell und kostenlos liefern. Sie gehört einem Eigentümer oder einem Konzern, dessen Interessen sie nicht ständig angreifen wird, auch wenn niemand es ihr befiehlt. Unter diesen Bedingungen ist die Personalisierung die vernünftigste Wahl. Eine Person lässt sich schnell erzählen, ein Konflikt bringt Aufmerksamkeit, eine Strukturanalyse dagegen kostet Zeit, erfordert Fachwissen, bringt kaum Klicks und gefährdet womöglich die Beziehung zu einer wichtigen Quelle.

Edward Herman und Noam Chomsky haben in ihrem Propagandamodell beschrieben, wie solche Strukturen als Filter wirken. Eigentum, Werbefinanzierung, Quellenabhängigkeit, Druckmittel und gemeinsame ideologische Grundannahmen sortieren aus, was überhaupt berichtet wird und wie. Der entscheidende Gedanke dabei ist, dass kein Befehl nötig ist. Die Filter wirken wie eine Selektion: Wer sich anpasst, steigt auf, wer nicht, verschwindet oder bleibt am Rand. Pierre Bourdieu hat in seiner Kritik des Fernsehens beschrieben, wie der Konkurrenzdruck um Aufmerksamkeit die Inhalte formt. Er erzeugt eine Art von Denken, das schnell sein muss und deshalb nur das behandeln kann, was sich in wenigen Sätzen sagen lässt. Das Ergebnis ist ein Denken in Gemeinplätzen, die allen vertraut sind, weil sie nichts Neues behaupten und nichts Unbequemes berühren. Aus der Medienforschung kommt der Befund, dass Redaktionen weniger aus bösem Willen als aus ihrer Organisationsform heraus bestimmte Erzählweisen bevorzugen.

Hinzu kommt die technische Verschärfung. Soziale Plattformen verteilen Aufmerksamkeit nach der Intensität von Reaktionen, und Reaktionen löst am zuverlässigsten aus, was Gefühle weckt: Empörung, Angst, Mitgefühl, Schadenfreude. Das ist die Tendenz, die Guy Debord bereits in den Sechzigerjahren als Gesellschaft des Spektakels beschrieb, in der gesellschaftliche Beziehungen zunehmend durch Bilder vermittelt werden. Jürgen Habermas wiederum hat gezeigt, dass die bürgerliche Öffentlichkeit, die einmal als Raum der vernünftigen Auseinandersetzung gedacht war, unter dem Druck von Werbung und Massenmedien zu einer Arena der Zustimmungsbeschaffung geworden ist. Die Algorithmen verstärken also, was die Struktur der Medienwirtschaft ohnehin nahelegt, sie erfinden es nicht.

Daraus folgt eine Unterscheidung, die für die Genauigkeit des Arguments wichtig ist. Es ist ein Unterschied, ob eine Darstellung bewusst zur Herrschaftssicherung eingesetzt wird oder ob sie sich aus Routinen und Anreizen ergibt und dabei objektiv Herrschaft stabilisiert. Ich behaupte das Zweite. Man kann es als Funktion ohne Absicht bezeichnen. Das macht die Sache nicht harmloser, im Gegenteil: Eine Verschwörung kann man aufdecken und beenden, eine Struktur nicht.

7. Wem nützt die Form? Die Herrschaftsfunktion

Wenn die Verfahren keinem Plan folgen, kann man trotzdem fragen, wessen Interessen sie dienen. Die Frage lautet nicht: Wer hat sich das ausgedacht? Sie lautet: Welche Stellung in den Machtverhältnissen macht diese Darstellung zweckmäßig? Es sind mindestens vier Funktionen, die ich unterscheide.

Die erste ist die Zerstreuung kollektiver Handlungsfähigkeit. Gemeinsames Handeln setzt gemeinsame Betroffenheit voraus und die Einsicht, dass sie eine gemeinsame Ursache hat. Genau diese Einsicht verhindern Personalisierung und Psychologisierung. Wer seine Not als persönliche Schuld versteht, wird sich nicht in Gewerkschaften, Verbänden oder Bewegungen mit anderen verbinden, die dieselbe Not teilen. So entsteht eine Gesellschaft, in der jeder für sich leidet und niemand für alle spricht. Der Soziologe Sighard Neckel hat beschrieben, wie die Individualisierung Klassenverhältnisse nicht aufhebt, sondern ihre Wahrnehmung auflöst. Die Ungleichheit bleibt, aber sie wird nicht mehr als Gruppenerfahrung erlebt.

Die zweite ist die Entlastung der Eigentums- und Machtordnung. Wenn Probleme auf Personen, Seelen oder Naturgesetze zurückgeführt werden, wird die Ordnung selbst nicht mehr als mögliche Ursache untersucht. Die Frage, wem etwas gehört, wer worüber entscheidet und wer die Kosten trägt, kommt gar nicht erst auf die Tagesordnung. Das ist die wirksamste Form des Schutzes: Man muss die Ordnung nicht verteidigen, wenn niemand sie angreift, und niemand greift sie an, wenn sie nicht als Ursache erscheint.

Die dritte ist die Legitimation. Dahinter steht die Grundannahme, dass das System an sich neutral und fehlerfrei sei und Fehler nur durch Menschen entstünden, sei es durch menschliches Versagen, mangelnde Anpassung oder bösen Willen. Wer so denkt, hält Reformen für überflüssig und Kritik für Querulanz, denn das Problem liegt in der Person, nicht im Gefüge. Der britische Politikwissenschaftler Colin Crouch hat beschrieben, wie in der Postdemokratie die Formen der Demokratie erhalten bleiben, Wahlen und Debatten, während die entscheidenden Weichenstellungen im Zusammenspiel von Wirtschaftsinteressen und Verwaltung getroffen werden. Politik wird dann zur inszenierten Show mit Gesichtern und Gefühlen, und die Show lenkt davon ab, dass im Hintergrund anderes entschieden wird.

Die vierte ist die Selbststeuerung der Beherrschten. Michel Foucault hat gezeigt, dass moderne Macht nicht allein über Verbote und Befehle wirkt, sondern über die Gestaltung eines Feldes, in dem Menschen sich selbst führen, als freie und verantwortliche Subjekte. Die Psychologisierung ist ein Werkzeug dieser Selbstführung: Sie bringt die Menschen dazu, an sich selbst zu arbeiten, wo sie ihre Lage verändern könnten. Der Südkoreaner Byung-Chul Han hat dafür die Formel von der Selbstausbeutung geprägt, in der der Zwang nicht mehr von außen kommt, sondern als Freiheit erlebt wird. Man muss seine Zuspitzungen nicht teilen, um den Befund zu erkennen: Eine Herrschaft, die ihre Unterworfenen davon überzeugt, ihre Lage selbst zu verantworten, spart sich viel Aufwand an Kontrolle.

Herbert Marcuse hat dies in „Der Eindimensionalen Mensch” als Verengung des Denkens beschrieben, in der die Möglichkeit des Anderen aus dem Horizont verschwindet. Das ist, wenn man so will, der Kern dessen, was ich Verdummung nenne: nicht Unwissen, sondern Verlust der Wahrnehmung mitmenschlicher Möglichkeiten.

8. Ein Ereignis, zwei Lesarten

Wie die Zange in einem konkreten Fall arbeitet, zeigt sich am besten an einem einzigen Beispiel, das ich durch alle drei Verfahren führe. Ich wähle die Energiepreise, weil sie in jeden Haushalt hineinreichen und weil sich an ihnen Innen- und Außenpolitik verbinden.

In der gängigen Berichterstattung sieht das so aus. Die Personalisierung erklärt den Preisanstieg mit dem Handeln eines Herrschers auf der Gegenseite, der Energie als Waffe einsetze oder „erpresse”. Die Psychologisierung erklärt, wie die Bevölkerung damit umgehen soll: mit Sparappellen, Ratschlägen zum Duschen und Heizen, mit der Beschwörung von Gemeinsinn und Durchhaltewillen. Die Belastung wird zur Charakterprobe. Die Naturalisierung schließlich erklärt die Preise selbst. Sie ergeben sich aus „dem Markt”, aus Angebot und Nachfrage, aus der Knappheit, als handle es sich um eine Naturerscheinung, die man hinnehmen muss.

Man stelle dagegen die strukturelle Lesart, ohne ihr Ergebnis hier vorwegzunehmen. Sie würde fragen, wem die Leitungen, Terminals, Förderfelder und Handelsplätze gehören. Sie würde fragen, welche politischen Beschlüsse die Abhängigkeiten geschaffen oder gelöst haben und wer an welchen Lieferbeziehungen verdient. Sie würde fragen, wer am gegenwärtigen Preisniveau gewinnt und wer die Kosten trägt und ob die Verteilung dieser Kosten, auf Haushalte, Industrie, Staat, Konzerne, eine Entscheidung ist oder ein Ergebnis von Marktkräften. Schließlich würde sie fragen, welche Alternativen es gibt und wer sie ausgeschlossen hat. In dieser Lesart verschwindet der Marktmechanismus nicht, aber er erscheint als Ausdruck von Machtverhältnissen und nicht als deren Ersatz.

Der Unterschied zwischen beiden Lesarten ist nicht der von Wahrheit und Lüge. Viele der Einzelaussagen in der ersten Lesart mögen zutreffen. Der Unterschied liegt darin, was sie sichtbar macht und was sie wegblendet, und er ist politisch folgenreich: Die erste Lesart führt zu Appellen an Einzelne und zu Feindbildern, die zweite zu Fragen der Verteilung, der Eigentumsordnung und der Entscheidungsbefugnis.

Das gleiche Muster lässt sich im Inland an der Debatte um Armut und Arbeitslosigkeit zeigen. Dort wird die Not als Mangel an Eigenverantwortung oder Qualifikation erzählt, als Frage von Haltung, Motivation und Bereitschaft. Der Arbeitsmarkt selbst, die Zahl der verfügbaren Stellen im Verhältnis zur Zahl der Suchenden, die Lohnhöhe, die Verteilung von Vermögen und Macht, gerät darüber aus dem Blick. Die Sprache dafür ist bekannt: „Fördern und Fordern”, „Anreize”, „Aktivierung”. Sie alle stellen das Verhalten der Betroffenen in den Mittelpunkt und lassen offen, wer die Bedingungen setzt, unter denen dieses Verhalten stattfindet.

9. Einwände und die Selbstfalle

Eine Analyse gewinnt an Gewicht, wenn sie ihre eigenen Schwächen benennt. Es gibt drei, die ich ernst nehme.

Der erste Einwand lautet: Die Medien sind kein Block. Das stimmt. Es gibt Redaktionen, Journalisten und Formate, die strukturelle Fragen stellen, und es gibt Berichte, die Eigentums- und Machtverhältnisse offenlegen. Die These behauptet keine Gleichschaltung. Sie behauptet eine Tendenz, also dass unter den gegebenen Produktionsbedingungen bestimmte Erzählweisen begünstigt und andere erschwert werden. Wie stark sich das im Einzelfall auswirkt, bleibt eine offene Frage.

Der zweite Einwand betrifft die Rezeption. Menschen nehmen Deutungen nicht mechanisch auf. Stuart Hall hat gezeigt, dass Zuschauer die vorherrschende Lesart übernehmen, aushandeln oder zurückweisen können. Das spricht nicht gegen die These, sondern gegen eine allzu einfache Fassung von ihr. Medien erzeugen keine Gedanken, sie bilden Räume des Selbstverständlichen, in denen manche Gedanken leichter fallen als andere. Damit ist auch gesagt, dass die Verengung überwindbar ist, und zwar nicht durch Belehrung, sondern durch Erfahrung und gemeinsame Auseinandersetzung.

Der dritte Einwand ist der heikelste, und er richtet sich gegen uns selbst. Auch die Kritik psychologisiert. In der Gegenöffentlichkeit und in der Systemkritik ist es üblich, die Herrschenden als Psychopathen, Soziopathen, Besessene oder Größenwahnsinnige zu bezeichnen. Wer so spricht, folgt demselben Muster, das er kritisiert, nur mit umgekehrten Vorzeichen. Er erklärt Machtverhältnisse durch Seelenzustände einzelner Personen und lenkt damit ab von den Positionen, die diese Personen einnehmen und die auch jemand anders ausfüllen würde. Ich schließe die eigene Praxis ausdrücklich ein. Begriffe aus der Psychopathologie können als Metaphern eine gewisse Schärfe erzeugen, doch sie leisten keine Erklärung. Eine Struktur, die Menschen in bestimmte Rollen zwingt, erzeugt bei diesen Menschen oft Verhaltensweisen, die wie Störungen aussehen, etwa Gefühllosigkeit, Rücksichtslosigkeit, Starrheit. Aber das ist die Folge der Rolle, nicht ihr Grund. Konsequent bleibt die Kritik nur, wenn sie diese Sprache entweder meidet oder ausdrücklich als Beschreibung von Funktionsträgern kenntlich macht.

Das Gleiche gilt für das Wort Verdummung. Es ist als Titel eine Zuspitzung, die ich verteidige, aber im Text selbst muss es als Beschreibung eines Zustands, nicht einer Eigenschaft der Menschen verstanden werden. Wer das Publikum belehrt, es sei dumm, hat die Analyse verfehlt, denn er sitzt derselben Individualisierung auf wie die Medien, die er kritisiert.

10. Das Übersetzen lernen

Was folgt aus alledem für den Umgang mit Nachrichten? Ich schlage keine Prüfliste vor, die man auf Beiträge anwendet wie einen Faktencheck. Ein Faktencheck prüft Einzelaussagen, und genau das reicht hier nicht. Ich schlage eine Übersetzungsübung vor, die man im Kopf mitlaufen lassen kann, während man liest oder hört.

Die Übung geht so: Man nimmt einen Satz, der eine Person, einen Seelenzustand oder eine Naturnotwendigkeit behauptet, und übersetzt ihn in eine Aussage über Strukturen. „X handelt wahnhaft” wird zu der Frage: In welcher Lage befindet sich der Staat, den X vertritt, welche Interessen sind betroffen, welche Handlungsmöglichkeiten hat er, und wer profitiert von der Darstellung als Wahn? „Die Märkte verlangen Sparsamkeit” wird zu: Welche Akteure fordern das, in wessen Interesse, und wer hat beschlossen, dass ihre Forderung maßgeblich ist? „Er hat versagt” wird zu: Welche Bedingungen hat er vorgefunden, und was wäre jedem anderen in dieser Position geschehen? Dieses Übersetzen verlangt kein Spezialwissen, sondern eine Gewohnheit: bei jeder Erklärung zu fragen, was sie unerklärt lässt.

Zwei Folgerungen gehen darüber hinaus. Die erste betrifft die Analyse: Sie muss zur politischen Ökonomie zurückkehren, zur Frage nach Eigentum, Verfügungsmacht und Verteilung, und darf die Erklärung nicht bei Charakteren und Gefühlen beginnen lassen. Die zweite betrifft die Erfahrung: Aus dem individuellen Leiden muss eine kollektive Ursachenforschung werden. Wo Menschen gemeinsam herausfinden, dass ihre Lage nicht Ergebnis persönlichen Scheiterns ist, sondern Folge einer bestimmten Ordnung, verliert die Zange ihre Wirkung.

Ich komme zu den beiden Meldungen vom Anfang zurück. Der Staatsmann, der „den Bezug zur Realität verloren” haben soll, und die Frau, die „trotz allem” durchhält, sind zwei Seiten derselben Erzählung. In der einen wird ein Mensch zum Rätsel erklärt, in der anderen zur Aufgabe. In beiden bleibt das Gefüge, das beide hervorbringt, unbenannt. Ein Naturgesetz kann man nicht kündigen, aber eine Ordnung, die von Menschen gemacht ist, kann von Menschen verändert werden. Darum ist die Naturalisierung so wichtig für die, die von dieser Ordnung profitieren, und so gefährlich für die, die unter ihr leben. Marx hat über die Kritik der deutschen Zustände seiner Zeit geschrieben, man müsse „diese versteinerten Verhältnisse dadurch zum Tanzen zwingen, dass man ihnen ihre eigene Melodie vorsingt”. Das ist, auf das Thema dieses Textes angewandt, ein praktischer Auftrag: Die Verhältnisse beweglich machen, indem man sie als das benennt, was sie sind, nämlich gemacht.

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Quellenverzeichnis

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Bourdieu, Pierre (1998): Über das Fernsehen. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Bröckling, Ulrich (2007): Das unternehmerische Selbst. Soziologie einer Subjektivierungsform. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Crouch, Colin (2008): Postdemokratie. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

Debord, Guy (1996): Die Gesellschaft des Spektakels. Berlin: Edition Tiamat.

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Fisher, Mark (2013): Kapitalistischer Realismus ohne Alternative? Eine Flugschrift. Hamburg: VSA. (Original: Capitalist Realism. Is There No Alternative? Winchester: Zero Books, 2009.)

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Han, Byung-Chul (2014): Psychopolitik. Neoliberalismus und die neuen Machttechniken. Frankfurt a. M.: S. Fischer.

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Illouz, Eva (2009): Die Errettung der modernen Seele. Therapien, Gefühle und die Kultur der Selbsthilfe. Frankfurt a. M.: Suhrkamp.

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Marx, Karl (1962): Das Kapital. Kritik der politischen Ökonomie. Erster Band. In: Marx-Engels-Werke (MEW), Bd. 23. Berlin: Dietz. (Darin: Kap. 1.4, „Der Fetischcharakter der Ware und sein Geheimnis”; Kap. 2, „Der Austauschprozeß”.)

Marx, Karl (1976): Zur Kritik der Hegelschen Rechtsphilosophie. Einleitung. In: Marx-Engels-Werke (MEW), Bd. 1. Berlin: Dietz, S. 378–391.

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Dirk Ellerbrock, Jg. 1946, Dipl.-Sozialwissenschaftler, studierte Wirtschafts-, Politikwissenschaften und Sozialpsychologie, arbeitete viele Jahre in der Finanzwirtschaft, Unternehmensberatung und als Management-Coach.

Mitte der 1990er wandte er sich spirituellen Traditionen zu – Advaita-Vedanta, Zen, Taoismus, Tantra und christliche Mystik –, vertieft durch Stephen Wolinskys „Quantenpsychologie" und die Seminare Ramesh Balsekars in Bombay. Er leitete Meditationsgruppen und veröffentlichte 2010 unter dem Pseudonym Manaschu sein erstes Buch, „Das Geheimnis ewigen Glücks – Texte zur Menschwerdung" (ISBN 978-3-8391-4517-3). 2026 entstand sein noch unveröffentlichtes zweites Buch, „Die Schlange der Moral – Gift und Gegengift", das moralisches Urteilen als strukturelle Gewaltform durchleuchtet.

Heute schreibt er regelmäßig politische und gesellschaftliche Kommentare, u. a. für apolut und auf seinem Substack: https://substack.com/@dirkellerbrock


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